Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1855)
- Date
- 1855-10-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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zzg Die ZukunstSlehre d. Offenbamng hohe Lehre von Gottes Einheit, seinem Gebote der Liebe, lehrt, verglichen mit der entsprechenden Stelle im M at Haus, der daS Hauptstück wegläßt und gleich mit dem Gebote der Liebe anhebt (Math. XVII, 36. 37.), in der wir eine Probe der christlichen Religion zu erkennen glaubten. Warum sollte eS sich mit unserer ZukunstSlehre anders verhalten, und es nicht eine von Christo und eine christliche geben? Doch geben wir lieber unfern Lesern den ganzen Passus aus meiner angeführten Schrift! Dieser lautet: „Vielleicht aber könnte der Eine oder der Andere auf den Gedanken kommen, es wäre dennoch ein politisches Centrum der Volkverhaltung vorhanden, und zwar in der Messiasidee, welche dem Volke ins Eni nachfolgte, und sich bis auf die Gegenwart zu erhalten wußte. Wenn aber auch Vielen und, bis auf gewisse Zeit, dieser Mesfiasglaube die Aussicht auf eine politische Wiedervereinigung in den Tagen der Zukunft entgegen hielt, und somit für die Ge« genwart ein Bindemittel und einen Mittelpunkt des Volks abgeben konnte, so war er dieses in der That doch keinesweges. Schon die nächsten Vorfahren der gegenwärtigen Generation, die jetzt im Greisenalter stehenden Menschen, können davon zeugen Dieser so unsichere, so im Schwanken mit guter Absicht gehaltene Mittelpunkt ist schon über ein Säculum unter jene Lehrmeinungen verwiesen, die man bloß ihres Alters und ihrer Unschädlichkeit halber noch schont. Auch gab er sich gewiß nur hin und wieder beim roheren Theile des Volkes in heimlichen Seufzern nach Befreiung von einem zu nahen, zn jammervollen Zustande kund, keineswegs aber als eine bestimmte Erwartung, mit der es ernst gemeint war, oder zum deutlichen Wunsche kam. Zudem haben schon längst die Väter der Synagoge, gewarnt durch die vielen Pseudomesstasse mit ihren traurigen Folgen, von Barkoch eba bis auf Sabbathai-Zebi, den leichtsinnigen politischen MessiaSqlauben, so weit sie konnten und durften, in die weiteste Ferne gestellt. Sie haben in dieser Absicht das Erscheinen des MessiaS an so außerordentliche Vorzeichen geknüpft, mit so übertriebenen Erscheinungen in Verbindung gebracht, daß ein Zeder leicht ein fleht, wie es ihnen mehr darum zu thun war, diesen politischen Mittelpunkt oes Volks zu verwischen als ihn zu befördern und zu beleben. Selbst schon von den Propheten wird diese Maßregel, wenn wir sie so nennen dürfen, befolgt, indem auch sie die MessiaSidee an einen großen, bis ans Unmögliche grenzenden KriedenSact der gesammten Natur, der unS einem Untergange derhelben ähnlich erscheinen muß. gebunden haben, wie das Weiden des Lammes neben dem Wolfe, auch wenn wir dieß nur para- X