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Der israelitische Volkslehrer · 1855-10-01 · Heft 10 (Oktober 1855) · page 15

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 10 (Oktober 1855)
Date
1855-10-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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und die ResfiaSidee. dnctionelle. daS Wissen und daS Erkennen; erstereS ein apriorisches, das zweite ein aposteriorisches. Unter diesen verschiedenen Ausdrücken besitzen wir die Namen jener zwei Arten des Wissens und Erkennens, von denen ersteres ein eingebornes, von innen herauskommendes, entweder logisches oder mathematisches Wissen gewährt: letzteres ein von außenher durch die Sinne in der Erfahrung mitgetheiltes. Die letzte Art umfaßt die ganze objective Welt, und nicht nur die sinnliche, sondern auch die übersinnliche. Auch in dieser gibt es eine Erfahrungsertenntniß, die wir in den göttlichen Dingen Offenbarung zu nennen pflegen; eine erkennbare Wissenschaft, gegenüber der demonstrablen, dem Philosopheme; eine Dogmatil gegenüber der Metaphysik-, als Beispiel diene das Dogma: Gott hat die Welt aus nichts gemacht; gegenüber dem Philosophem: die Ewigkeit der Materie. Haben wir nun vorhin die beiden Bestandtheile der Zukunftslehre gesondert und unterschieden, und schon dort die Vermutbung ausgesprochen, daß ein jeder von ihnen einem besonderen Anschauungskreise angehöre: so entsteht als nächste Frage: welcher von beiden gehört dem ^z^iL^i.schen Philosopheme, und welcher dem induc tionellen Dogma an? Schon aus der chronologischen Folge dieser Begriffscomposition ergibt sich, daß sein älterer, einfacherer Theil, der, eines rein theokratischen Himmelreiches, der Offenbarung angehören werve. Denn diese Vorstellung geht jener Combination voran, wie er der Einsetzung eines Koniqtbumes, mithin der Legitimitätsidee, vorangegangen war. Aber mcht nur chronologisch ist die Idee der Theokratie aus der Offenbarung abzuleiten, sondern auch wesentlich und begrifflich. Das Königthum ist. wie es auch daS A. T. in klaren Worten ausspricht, das Gegentheil von der Theokratie. ein Abfall von derselben, ein Abfall von Gott, nach Samuels Worten (Sam. I, 8. V. 7.). So ward mit dem Königthume in Israel die Theokratie, d. i. die unmittelbare Herrschaft Gottes und seines heiligen Gebotes, aufgehoben; zwischen Gott und Israel trat ein menschlicher Gesetzgeber, ein Kyntg, ebenso „wi5 im Heilttnthum ringsumher." So ist das spätere Hinzutreten des (Srbkönigthumes zur Theokratie im specifischen Messtanismus aufzufassen. Allein dieser, mit seinem Chiliasmus hatte, so lang daS Volk nicht vollends politisch vernichtet war, seine Beziehung auf das Disseits behauptet. Erst später ward diese Messiaslehre im Judenthume, und noch ausgesprochener im Christenthume, in daS Jenseits gerettet. Das aber geschah nach der Wirksamkeit der Apostel. Denn der Ausspruch

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