Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1855)
- Date
- 1855-10-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Die ZuknnfiSlehre d. Offenbarung Wälle" in den fernsten Osten sendet, beladen mit Bibeln, Traetätchen und — Opium, die Heiden zu bekehren und zu vergiften! Die Vorkämpfer der Rohheit wollen die Heiden zu einem Gott betehren, den sie selber nicht kennen, noch zu kennen begehren! Könnten sie sonst über einen Bund spötteln, der für einen Zustand strebt, ohne dessen gewisse Erwartung alle unsere Mühen auf Erden nur Thorheit und Elend, nur ein ewiges Spinnen am Narrenseile der Thorheiten wäre? v) Wir kommen nun zur Erörterung des zweiten BestandtheileS jener Lehre, der sich mit dem ersten dergestalt verbunden und verfilzt findet, daß man Beide nur für Eins halten sollte. Dieß ist das Legitimitätsprincip in der Messiaslehre. Wie fast alle großen Ideen ihre „Affen"*) haben, so auch die Theokratie, der sich die Hierarchie an die Seite gestellt hat. Diese nun ist es, welcher man den nahen Anschluß der Legitimität an die alte Zukunftlehre zuschreiben 5 Zwischen beiden, der Hierarchie und dem Erbaristok - tiSmuS besteht ein gegenseitiges Schutz- und Trutzbündniß, so, daß an die Stelle des unmittelbaren Gottesreiches, wie eS ursprünglich für Israel bestimmt und eingeführt war, ein tegitimistisches Erbreich eingesetzt wurde; es trat ein sterblicher Regent zwischen Gott und Israel. — Diese Einsetzung eines Königthumes aus das eindringliche Begehren des Volkes „nack der Weise der Heiden ringsumber" war nun der entscheidenste Abfall von der Zdee eines wahrhaftigen Gottesreiches, wie diese) Gott selbst durch Samuels, sines Propheten Mund verkünden ließ^> Das Königthum Hub die Theokratie aus; jedocb erst in der zweiten Dynastie, der davidischen, ward ihm durch die ewige Erblichkeit, das s. g. Legitimitätsprincip die letzte Weibe und Vollendung gegeben; das, was Gott selbst für einen Abfall von sich und seinem heiligen Willen erklären ließ, ward durch Erblichkeit verewigt. Um nun auch streng wissenschaftlich den Gegensatz jener beiden Elemente, der Theokratie und veS Segitim itätS principe S anschaulich zu machen, müssen wir etwas weit zurückgreifen. Allgemein bekannt ist es, daß es für unsere Vernunft zwei verschiedenartige Erkenntnißauellen gibt: die apodiktische und die assertorische, oder: die demonstrative und die in- 6) 8ün»5« scientizrum. Lseo. Bemertenswcrth ist auch die Stelle im Propheten. Hosea 6. 4: WO ON — «nmert. d. Red.