Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1855)
- Date
- 1855-10-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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uud bie Messtasidee. »49 tretenden Zustande der Menschheit, wo alle zur Ebenbildlichkeit mit ihrem himmlischen Vater erzogen und herangebildet. Ihn als den Einigen erkennen und anbeten (Zachar. XIV, 10.). Dieser Zustand wird gedacht als ein allgemeiner Friede auf Erden, ein Zustand der Eintracht und der höchsten Gotteserkenntniß. Dieses Zeitalter ist denn ein in sehr weite Ferne gerücktes, in eine fernste Zukunft. Denn wir sind noch weit von dem Zeitmomente entfernt, da diese Erkenntniß Gottes die Erde überströmet „wie der Ocean seine Abgründe." In dämmernder Ferne liegt jene Zeit vor uns, da man die Schwerdter in, Sicheln und die Schilde in Spaten umschmiedet und keine Kriegswissenschaft mehr lehrt." Dieses Reich göttlicher Liebe und Weisheit, „da die Blinden sehen, die Tauben hören und die Lahmen vor Jubel hüpfen werden", ist ein nebelbedecktes Reich der dämmernden Zukunft, aber jetzt nock ein Gelächter jenen Weisen des Abendlandes, den subtilen Hofsophisten und schlauen Diplomaten. — Welche Blinden, Tauben und Lahmen die Prophetie gemeint habe, darüber findet sich an jenen Stellen im Jesaiah eine deutliche Erklärung. Sie zielt auf jene Blinden, die Augen haben und doch nicht sehen; jene Tauben, die Ohren haben und dennoch nicht hören; jene Lahmen, die gesunde Beine haben und dennoch nicht vorwärts schreiten; die geistig Blinden, Tauben, Lahmen! Denn es gibt Augen, die von Außen ganz trefflich aussehn, aber nicht sehen; so auch Ohren, die nicht hören, und Beine, die nicht zum Fortschreiten taugen; sie sehen wie die rechten aus, und sind doch wesentlich von solchen verschieden; sind nur scheinbare, tatsächlich aber elende, stumpfe, Werkzeuge. Denn das Werkzeug macht es lange nicht allein, es^ ist, wie das Schwert des Heldeu Skanderbeg, die Faust, die es sühn, der Geist der sich sein bedient. Aus diesen kommt es an. Zunächst meint jenes prophetische Wort diese Art vo,, Blinden, Tauben und Lahmen im Volke Israel. Jetzo dehnt sich die Strafpredigt weiter aus, nachdem auch viele Helden berusen sind. Dazumal war es wohl nur der Seher allein der von seiner Höhe herab den weiten Horizont der Menschengeschichte zu überschauen vermochte. Den Staatsmännern aus der hohen Gentry kommt das nun höchst lächerlich vor, jenen erhabenen Le.ttern des hochkirchtichen Englands. Der Spaßvogel unter ihnen lächclt sarkastisch, und sein Rabulist in den?jme8 überschüttet die gutmüthigen Männer des Friedens mit seiner beizendsten Lauge. Judas der Schatzmeister schweigt wohlweislich, und denkt über seinen christlichen Staat nach seiner Weise, während das ganze vornehme Sidon vor Gottesfurcht sich nicht zu lassen weiß und seine „hölzernen