Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1855)
- Date
- 1855-10-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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m5 die MesfiaSidee. S47 Sckmcrber in Frankfurt a. M im Jahre 1835 erschienen ist, in freieren Umrissen niedergelegten Ueberzeugung gedenke ich, jenen Herren entgegen, den tieferen Sinn und die wahre, hohe Bedeutung der geoffenbarten Heilslehre von der Zukunft des Menschengeschlechts auseinander zu setzen, und damit ihre ungerechte Jnzicht von mir abzuwenden. Ihnen selber aber möchte es nicht undienlich fein, von einem im A. T. tief eingewurzelten Manne, einem Theologen von älterem Datum, wenngleich ohne Facultätstitel, zu lernen, wie der freie, von keinem Pflichtdogma gefesselte Forscher in der höchsten Frage seines eigenen Stammes, und der wichtigsten unseres ganzen Geschlechts auf Erden, zu denken und zu lehren sich gemüßigt sieht. Gerne möchte ich mich, wie Andere, belehren und belehren lassen; Anstoß oder gar Aergerniß zu geben, ist mir fern. Mögen sie darum das freie Wort als freie Männer entgegen nehmen! Man hat die Lehre von der Zukunft des Menschengeschlechts nach der Offenbarung unter mannigfacher Bezeichnung begrifflich zu fassen gesucht. In diesen mannigfachen Bezeichnungen besitzen wir die Ausdrücke für die verschiedenen Vorstellungen, welche man theils in dem Offenbarungskreise vorfand, theits in ihn hineintrug, theils endlich mit ihm zu verbinden suchte. Deßhalb spiegelt sich denn auch in diesem speciellen Dogma nicht nur die ganz besondere Beschaffenheit der Ossenbarungslehre in ihrem Gegensatze zum Heidenthume, als Mythus und Philosophen,, ab; sondern es zeigen sich in demselben ganz andere, der Offenbarung fremdartige Abschattungen von Zukunftstehren. Doch sind in diesem Dogmencomplere von heterogenen Vorstellungen die erotischen Bestandtheile weniger durchscheinend, weil alles sorgfältiger gemischt ist, als in manchem andern Kirchendogma. Dieses war und blieb allgemeiner, unbestimmter gehalten und mit weniger scharfen Umrissen begrenzt. Deßungeachtet werden sich die einzelnen Bestandthette desselben unschwer auseinander sondern, zerlegen und die jedesmaligen particulären Quellen und Folgen mit Sicherheit bestimmen und mit dem reinen Urbegriffe ausscheiden lassen. In dieser Absicht haben wir vor Allem einige jener Hauptelemente einer näheren Betrachtung zu umerziehen. Zuvörderst heben wir den Ausdruck EhtliaSmuS heraus, die Vorstellung eines tausendjährigen Reiches auf Erden, als altere-Erwartung im Ehristenthum einer Znrückkunft des Messias, des Thronerben auS dem Geschlechte Davids in königlichem Pompe, um eintausend jähriges Reich zu gründen. Es ist dieses eine viel ältere Vorstellung, die aus dem Judenthume der nacherilischen Zeit hervorgegangen, ins Ehristenthum unmittelbar