Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 9 (September 1855)
- Date
- 1855-09-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Roch ein Wort über Thalija einer kurzen Einleitung und mit einem Schlußworte versehen hat. woraus erhellet, daß er unsrer Ansicht nicht allein vollkommen beistimmt, sondern noch über dieselbe weit hinausgeht, und die kinderlose Wittwe von der Zeremonie der Chaliza in allen den Fällen dispenstren will, wo ihr. fei es durch die Verschollenheit oder weite Entfernung, sei es durch die Widerspenstigkeit oder den Eigennutz ihres Schwagers, das geringste Hinderniß in den Weg gelegt werden sollte. Damit sich die Leser dieser Zeitschrift ein richtiges Urtheil über die Ansicht unseres ehrenwerthen Kollegen jenseits des Ozeans bilden können, geben wir hier die Einleitung und das Schlußwort desselben, da sie ohnehin nicht sehr umfangreich sind, in getreuer Übersetzung wieder. Nachdem Herr Wise das Mosaische Gesetz Deuteron. 25, 5 ---- lO, zur besseren Orientirung der Nichtgelehrten Leser vorausgeschickt hat, fährt er also fort: „DaS positive Gebot, nemlich des Bruders Frau zu Heirathen, ist von den Rabbinen aus guten Gründen untersagt worden*); allein der letztere Theil desselben, nemlich »seinen Schub von seinem Fuße auszuziehen", wird auf das Strengste eingeschärft ohne Grund, und diese Verrichtung wird Chaliza genannt. Es gibt kein Land in der Welt, wo es nothwendiger wäre, die Gültigkeit dieser Zeremonie zu ui^crsuchen, als das unserige; denn es trifft sich häusig, daß ein Mann stirbt, dessen Brüder in Europa sind, die Frau müßte also, wenn sie sich wieder zu verehelichen gedenkt, über den Ozean fahren, „um seinen Schub von seinem Fuße auszuziehen", obgleich Moses, da er sagte, wenn Brüder beisammen wohnen, nie an Brüder dachte, welche durch die weite Ausdehnung deS Weltmeeres getrennt wären. „Wir haben deßhalb mit großer Befriedigung einen guten Artikel über den Gegenstand im Dolkslehrer von dem erwähnten Rabbiner gelesen, und es macht uns Vergnügen, denselben zum Nutzen unsrer Leser ins Englische zu übersetzen. Wir werden unS jedoch die Freiheit nehmen, einige erklärende An- *) Beiläufig gesagt, ist dieses nicht ganz genau. Die Rabbinen baöen, V? w»? s-h«", i« «nm-??»nA 5. ,„ unserer Abhandlung :u bemerken Gelegenheit hatten, Vollzug der Schwagerehe (MZ'^uht geradezu und aanz und gar verdeten; sie haben jedoch aus ängstlicher Besorgniß. diese Vhe mochte mcht m reiner Abficht, sondern zu irgend einem weltlichen Zwecke geschloffen werden, allerlei Beschränkungen und Verklausulirungen ersonnen, «odurch sie dieselbe so ziemlich unauSfühltar qemackt baben. (S. Adschn. 165.) '