Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 9 (September 1855)
- Date
- 1855-09-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Ajg Schutwesen. Zugendbitdung begeistert waren, und für Hebung der Schule gewirkt, auch auf die ökonomische Stellung der Lehrer ihr Augenmerk gerichtet haben. WaS wäre wohl leichter einzusehen, als daß eö zu einer guten Schule eines guten Lehrers bedarf, daß dieser yie Seele der Schule, daß ohne ihn kein Gedeihen einer bessern Erziehung denkbar sei im Gebiete des Schulwesens? Um aber gute Lehrer zu erhalten, bedarf es einer guten Besoldung, die zu den Arbeiten und Leistungen derselben in angemessenem Verbältnisse steht — Wenn es auch für den Lehrerberuf begeisterte Zünq linge gibt, die zur Zeit ihrer Ideale voll sind des Eifers für das Amt der Zugenderziehung und sich in diesem Eifer über jedes materielle Streben und Gelüsten hinweg setzen, indem sie nur an ihren schönen Wirkungskreis denken und sich beglückt fühlen, wenn ihr Wirken Erfolg hat und ihre Saat im Reiche des Geistes gedeiht, so zeigt die Erfahrung nur allzu häufig, daß diese Begeisterung, dieser rege und heilige Eifer, diese frische und jugendlich warme Berufsfreudigkeit abnimmt wenn nicht gar völlig erkaltet, sobald der Kampf mit Ungeheuern, materiellen ökonomischen Schwierigkeiten sich in dem Maße einstellt, daß er alle Kräfte des jugendlichen Mannes in Anspruch nimmt, alles bessere und höhere Streben zu überschatten und zu überwuchern droht und der entschiedenste Wille und alle männliche Energie oft an den gefährlichen Klippen der häuslichen Sorgen scheitert. Wer so recht in das individuelle Leben einzelner Volksschullehrer einen Blick thun könnte, dem würde, wenn er anders für die Leiden der Menschheit Gefühl hat, das Her; bluten, ob der Erfahrung, wie so mancher edeldenkende, für alles Gute durchdrungene Mann auS diesem Stande mit Wehmuth und tiefem Schmer; an jene Lebensepoche zurück denkt, wo er mit ernstheitiger Begeisterung sein ganzes Ich. mit all seinen schönsten und herrlichsten Hoffnungen, der Jugenderziehung, der Verbesserung des sittlichen ZustandeS seiner Brüder gewidmet hat. — Sollte eS ihm nicht wehe thun, wenn er das Ehemals und das Jetzt vergleicht und die traurige Bemerkung machen muß, wie seine Begeisterung geschwächt worden, wie sie nach unv nach untergeht mit der Sonne der Freudigkeit im Meere der Sorgen und Kümmernisse, wie er allen männlichen Muth aufbieten muß, uicht die Wogen des Lebenssturmes noch gar sein Pflichtgefühl verschlingen sotten und ihm daS attertraurigste Loos zu TheU werde m dem Verluste seines moralischen Seins ur.d Be- "ußt,elns: „Ein gewisses Maß von Besttzthum irdischer Güter"!."gt Dlesterweg, „gehen zum zeitlichen Wohlsein, und wer über druaende morgen um Nahrung, Kleidung unv Obdach für sich