Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 9 (September 1855)
- Date
- 1855-09-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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BerufSfreudigteit der Lehrer. S!9 und die Seinigen nicht erhoben ist. der geht in den Sorgen dieses Lebens fast unausbleiblich zu Grunde." Die Wahrheit dieses Satzes tritt in dem Leben so manchen strebsamen LehrerS unS leibhastig vor Augen. Bleiben wir zunächst bei den Berufspflichten und Berufsarbeiten des Lehrers stehen! Zo manchem braven Schulmanne, der einen wahren Heißhunger nach Kenntnissen und Bildung fühlt, ist es eine wahre Herzensfreude, seine Wissenschaft weiter auszubauen, und ist ihm die Erweiterung seiner Erfahrungen im Erziehungsfache Lieblingsbeschäftigung. Sein Amt ist ihm lieb und theuer, und freut er sich jedesmal sckon Abends vorher, wo er sich für seine Schularbeiten auf den kommenden Tag vorbereitet, auf die Stunde, da er in den Kreis seiner lieben Schüler eintritt, die mit freudigem, von Freundlichkeit strahlendem Angesichte des geliebten Lehrers harren. Nach gegenseitigem freundlichen Gruße wird das Tagewerk begonnen, woran Lehrer und Schüler he!:ern und frohen Muthes arbeiten. Die Regsamkeit des Lehrers weckt den zugänglichen und offenen Sinn der Schuler, deren glänzendes Auge und lauschendes Ohr stets geöffnet dem Lehrer sich zuwenden. — Noch ist er keine Viertelstunde in der Schule, und Alles ist in voller Bethätigung, da er es sehr gut versteht, jede SchülerabtheLtung mit einer Aufgabe zu beschäftigen und die mündlichen mit den schriftlichen Aufgaben wechseln zu lassen, Alles nach einem vorher wohl bedachten Plane über die Tagesordnung. Und weil die Schule der fast einzige Gedanke des Lehrers ist, von Morgens früh bis am Abend spät, darum geht auch die Arbeit leicht, und Lehrer und Schüler erfreuen sich wechselseitig mit Fragen und Antworten, die rasch auf einander folgen, und einem Jugendspiele ähnlich sehen, das zwar ernst gehalten, dennoch aber mit Heiterkeit gewürzt ist. Auf oben beschriebene Weise hat schon mancher wackere, junge Schulmann seine Laufbahn in Berufsfreude begonnen und seine Schule zu einer Blüthe erhoben, die jeden Schulfreund freuen mußte. Allein nur zu bald kamen ihm die Tage, von denen er sagte: „Ich habe keine Lust an ihnen." Die Sorgen für das liebe Brod und den alltäglichen Plunder fangen an, ihn zu beunruhigen, werden nach und nach, von Tag zu Tage, von Zahr zu Zahre stärker, wenn daS Haus sich dehnt und die Räume nicht wachsen, und lassen ihm bald keine freie Stunde mehr zur Vorbereitung für feine Schule, so daß er noch froh sein dar? wenn es ibm möglich wird, zur rechten Zeit in die Schule zu kommen. An die Stelle des Studiums für seine weitere AuSbil dung sind nun Nebenbeschäftigungen getreten, mit denen er sich einige Batzen zu erwerben trachtet; denn seine Familie dräng: