Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 9 (September 1855)
- Date
- 1855-09-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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««. Schulwesen. WaS müssen die Gemeinden thun, um die Berufsfreudigkeit ihrer Lehrer zu erhalten? (Eine Stimme auS der Schweiz.) Es ist nicht erst seit gestern, daß die Nothwendigkeit, der Volksschule eine sichere Grundlage zu geben, auch in Mitte Israels erkannt werde. Daß dieses Institut aber nur dann eine feste Stellung erlangt, und nur dann seinen wohlthängen Einfluß auf Volksbildung entwickeln kann, wenn es von den Gemeinden mit mehr Achtung und Liebe behandelt wird, als es bis jetzt der Fall ist, das kann nicht bestritten werden. Eine Folge dieser Achtung und Liebe würde das Bestreben sein, für die Schule tüchtige Lehrer zu erwerben und gar bald würde man bei diesem Bestreben zur Einsicht gelangen, daß tüchtige Lehrer nur alsdann erlangt und erhalten werden, so man ihnen durch eine sichere ökonomische Eristenz ihre Berufsfreudigkeit für die Zukunft wadrr. Zur ökonomischen Eristenz aber gehören definitive Anstellung und angemessene Besoldung. Ueber den ersten Punkt, definitive Anstellung, ist man in Süddeutschland*) schon im Reinen. In Ländern z. B. wie die Schweiz, Baden, Württemberg und Bayern ist die definitive Anstellung der Lehrer nicht nur zum Gesetze geworden, sondern man ist da so daran gewöhnt, daß man sich keine Vorstellung machen kann, wie bei einer provisorischen Anstellung der Lehrer eine Schule gedeihen könne, daß Behörden und Gemeinden es sehr unangenehm ist. wenn sie je in den Kall kommen, für die Schule einen Provisor oder Stellvertreter zu bestellen (?). — An dem zweiten Gebrechen, an dem Mangel einer angemessenen Besoldung, leidet die große Mehrzahl der israelitischen Lehrer, wir wollen nicht sagen alle. Die meisten müssen sich mit einer jahrlichen von 200 bis 300 fl. begnügen, eine Summe, die kaum hinreicht, die nötbigsten unv unentbehrlichsten Bedürfnisse einer Familie von fünf Personen in gewöhnlichen Zahren zur Hälfte zu decken. Wie aber, wenn nun ein Lehrer mehr als 3 *) Nicht überall. Vgl. Bottstehrer. III. Jahrgang Nr. 4 33. 44. — Red.