Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8 (August 1855)
- Date
- 1855-08-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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SS. Rundschau. .nnvp« 'NVVVV Frankfurt a. M., im August- — Mit inniger Freude, wenn gleich mit dem WehmuthSschmerze der Trennunq gemischt, haben wir im Laufe d. M. unseren trefflichen Freund, vr. Einhorn, auf seiner Ueberfiedlungsreise nach Baltimore in unserer Stadt begrüßt. Wir fanden denselben in rüstiger Kraft, voll frischer LebenshoMung. und sein glühendes Feuer für Juden und Iudenthum in jugendlicher Fülle erhalten. Gott geleite ihn I Er wird jenseits deS MeereS einen, freilich uech etwas wilden, aber urkräftigen Boden fin0en zur Austmhme seiner geistigen Saat. Seine Gemeinde in Baltimore. ,Mr- Sinai", hat ihm alle Bedingungen, welche er vor Annahme der Wahl gestellt, in fteudiger Bereitwilligkeit gewahrt. — Der Gedanke der »Rabbiner- Conferenzen" hat bereits such in Nord-Amerika gezündet und wird die erste, von vr. Wise angeregt, im nächsten Herbste statt haben. — Die Saat des Lichtes gedeihet überall, wo sich die rechten Arbeiter zusammenfinden. — Das «Frankfurter Zournal" bringt in Nr. 2VS. einen Artikel der „Preuß. C." unter dem 6. August aus „Jerusalem," worin folgende, einer Berichtigung bedürftige Nachrich vorkommt: „Sir Moses Montefiore befindet sich seit t4 Tage hier und wohnt in Zelten unter der hohen Terebinthe vor der Westecke der Stadt. <5r hat bedeutende Geldmittel zur Hebung der jüdischen Bevölkerung Palästinas mitgebracht, unter Anderem einen Betrag von!2.0vi) Pfd. Sterl, welchen ein Amerikaner zu Gunsten eines hier zu begründenden Hospitals vermacht hat. Sir Moses wünscht auch für das Land seiner Väter dauernden Nutzen zu stiften und hofft seine Stammgenossen zur Colonisation desselben zn veranlassen, zu welchem Be¬ Hufe er Fermane von der Vforte mitgebracht hat. Auf die Ebene Rephaim ist besonders sein Auge gerichtet. Die hiesigen Juden aber ziehen eine, wenn auch noch so schmutzige und elende, arbeitslose Existenz dem im Schweiße des Angesichtes zu genießenden reichlichen Brode vor, und da Sir Moses dießmal nicht seine Almosen, wie bei seiner früheren Anwesenheit, baar vertheilt, sondern sie nur zu gemeinnützigen Anstalten zu verwenden beabsichtigt, so drohf ihm ein Cherim (dneren^, Anathema der Synagoge, wie eS im vorigen Jahre auch über den Abgesandten Rothschilds, Herrn Cohen, ausgesprochen worden ist. Den Borwand nehmen die eigennützigen Rabbiner jetzt von einem Besuche Sir MeseS in der OmarS-Moschee, woselbst er die Stelle des Allerheiligsten im alten jüdischen Tempel mit ungeweihten Füßen betreten haben könne. So find sich die Juden in diesem Lande immer gleich geblieben, und wie die Propheten früher in ihren heilsamen Bestrebungen schei» ttnen, so auch die Herren Cohen und Montefiore." — Wenn wir gleich die Befürchtung des CorreSp. tbeilen, daß bei den jetzigen allgemeinen Zuständen »m Oriente — wir solches bereits oben S. 290. bemerkt haben — vas Bestreben, dle socialen Zubände der Juden daselbst zu verbessern, ein Schöpfen m das Faß der Danaiden sein möchte, so dürfen wir doch den Borwurf auf unseren dortigen GlanbeuSbrüvern nicht hasten lassen, daß sie der dereltwllllgeu Hllfele^ng hochherziger Männer mit Anfeindung und «ann antworteten. Wle wir wissen, »5 Herr Albert Cohn — nicht Cohen —