Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8 (August 1855)
- Date
- 1855-08-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Sesch. A. Volkes IlSrael v. vr. Herzfeld. 303 scher angesprochen hat und anspricht. Merkwürdig genug finden wir hier zwei Namen für geschichtliche Behörden, von deren Wirksamkeit so wenig verlautet, daß die eine von Manchen gänzlich bezweifelt wurde, die andere erst in weit spätere Zeit versetzt wird^-^^v^eM^^ in die Geschichte eingreift. Herr Herzfeld hat alle früher» und spätern Nachrichten, Hinweisungen und Anspielungen zusammengestellt und auch nicht verfehlt, die neuern einander widersprechenden Ansichten zu beleuchten. Wir wissen ihm Dank für die unbefangene Untersuchung, wenn gleich sie ein bestimmtes Ergebniß nicht gewährt. Es ist dieS ein Feld, das noch manche gediegene Kräfte in Anspruch nehmen wird. Auch wir haben noch viele Erörterungen hinzuzufügen, welche vielleicht zu einer schärfern Anschauung beitragen. Hier ist nicht der Ort, darauf einzugehen. Wir können unS aber sicht das Vergnügen versagen, auf eine noch ungedruckte Abhand^ lung Wassermanu's (Rabbiners in Mühringen, Württemberg) aufmerksam zu machen, welche unter andern einen Gedanken entwickelt, der wohl geeignet erscheint, das Verständniß des Ausdruckes 7?^!"UN zu fördern. Er betrachtet diesen Ausdruck als die Bezeichnung eines stehenden Ausschusses der großen Synagoge, welche letztere zunächst die Unterzeichner der Urkunde und deren Zeitgenossen, dann aber überhaupt die Gesammtheit aller Vertreter des Judenthums bezeichnet habe. Wir wünschten, daß diese, nicht sehr umfängliche Abhandlung gedruckt und deren Inhalt näher gewürdigt werden möchte. Herr Herzfeld kommt nun auf die weitere Geschichte Nehemia'S und Esra'S. theils ihr gemeinsames theilS deS Erstern alleiniges Wirken ausführlich schildernd. Sehr sorgfältige Auseinandersetzungen, betreffend die Tempelämter, das Priester- und Zevitenwesen, und die mit dem Dienst in Verbindung stehenden Steuern, machen diesen Theit deS Geschichtswerks besonders werthvoll. Auch hier gib: übrigens der Verfasser S. 81 zu erkennen, daß die damaligen Versuche das größere Ziel, welchem das Mosesthum zustreben sollte, ihm nicht erreicht zu haben scheinen, weil sie lediglich in das abgeschlossenere Zudenthum ausliefen, eine Anficht, worin die ftrengern oder auch die nur grundsätzlichen Vertreter deS letztern. ihm gewiß entgegentreten werden. Wir halten jedenfalls die offene, ungeheuchelte Darlegung der eigenen Anschauung für ehrenhaft und achtungSwerth. Nunmehr filhrt unS Herr Herzfeld im Labyrinth der persischen Geschichte, welche trotz der vielen Nachrichten auS den persisch-griechischen Kriegen, unendlich viele Dunkelheiten, nament-