Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8 (August 1855)
- Date
- 1855-08-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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802 Aeeenfione». vielen Stellen das traurige Schauspiel deS babylonischen ThurmbaueS dar, wo mit der Zeit uur Trümmerhaufen aufgesucht werden, traurige Reste eines verkehrten Eifers und verschwendeter edeln Kräfte. Das Werk des Herrn Herzfeld ist von diesem Zeitübel frei, und verdient schon deßhalb ganz besonders die Beachtung Aller, welche dem Fortschreiten huldigen. — Man wird hier von unS nicht erwarten, daß wir im Einzelnen auf diejenigen geschichtlichen Angaben eingehen, auf welche besonders Gewicht zu legen sei, oder gegen welche wir mit Ausstellungen auftreten möchten. Wir wollen nicht lobhudeln noch kritteln, sondern den Lesern zeigen, was an dem Werke ist und was es leistet. Der geschichtliche Zeitraum, welchen der Titel angibt, wird in diesem Bande, so weit er die Thatsachen enthält, welche mit der Geschichte anderer Völker in Beziehung stehen, ausführlich behandelt, der folgende Band wird sich lediglich mit der Religion und dem Schriftthum der Juden beschäftigen. Die Geschichte Ester's eröffnet den Reigen. Herr Herzfeld setzt dieses mythische Ereigniß, dessen Wirklichkeit in der Mitte der judischen Gemeinden durch das Purimfest allen Zweifeln entrissen ist, in die Zeit des Xerres. Die Art, wie solches im Buche Ester dargestellt ist, wird von Herrn Herzfeld mit großer Unbefangenheit beleuchtet. Der 10. ErcurS, S. 357 — 368 gibt nähere Auskunft über die Anschauungsweise, welche der Verfasser gewonnen hat. Auch diejenigen, welche auf diesem Gebiete, das mehr den Vermuthungen und Schlüssen Raum gewährt, als der Entdeckung sicherer Grundlagen, nicht beistimmen möchten, werden vielfache Belehrung und Anregung auS Den Erörterungen ziehen. Festern Boden erreichen wir bei der Geschichte Esra's, S. S — 41, über dessen Thatizkeit der Verfasser mit großer Selbstständigkeit urtheilt. Nach einer ausführlichen Schilderung alles dessen, was nicht nur die biblischen Nachrichten, sondern auch die rabbinischen Überlieferungen seiner sogenannten Schule zuschreiben, spricht Herr Herzfeld im Z. 10 sich über den Werth jener Wirksamkeit und das sie beherrschende Prinzip auS. Es ist dies zum Theil eine offene Kundgebung seiner eigenen Ansicht von der Entwickelunz des Judenthums, und verdient deßhalb eine genauere Erwägung. Znr nahern Ermittelung der wichtigsten Einrichtungen, welche auS ESra S Zeit hergeleitet werden, liefert Herr Herzfeld im Anfang einen!2. Ercurs. Ueber die Männer der großen Synagoge und das Synedrium; eine Untersuchung von hohem Werthe, und welche mit Recht die Theilnahme aller For-