Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8 (August 1855)
- Date
- 1855-08-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Receufioaeu. gewonnenen Ermittelungen die genaueste, oft sehr umständliche Re- Henschast, und hält sich fern von vorgefaßten Meinungen und jeder Nachtreterei. Wer nur einigermaßen die erstaunlichen Schwierigkeiten kennt, welche bei Feststellung einer Ansicht von der Entstehung des biblischen Kanon's, oder bei Ausgleichung der widerspruchsvollen Geschichten Persiens und Syriens an sich selbst und gegenüber den jüdischen Quellen, oder bei Abgränzung der Zeiten, der Jahre und Tage, worauf hier oft sehr viel ankommt, oder bei Darstellung der häufig verwechselten Personen, oder bei Hinwegräumung überall auftauchender Mißverständnisse und Irrungen, überwunden werden müssen, um mit der Fackel der Wissenschaft vorzugehen, der wird eS dem Herrn Herzfeld Dank wissen, daß er muthig fortarbeitet und sich von mancherlei Hindernissen nicht abschrecken läßt. Wir können nicht umhin als einen großen Vorzug des Werkes den Ton zu rühmen, in welchem der kenntnisreiche Verfasser, so oft er zu Berichtigungen fremder Angaben oder Meinungen Anlaß findet, seine Vorgänger behandelt. Ueberall zollt er den Forschern, welche ihm die Wahrheit verfehlt zu haben scheinen, wie es unter Ehrenmännern recht ist, die gebührende Rücksicht, und weist nach, wie und wodurch er zu andern, zuverlässtgern Ergebnissen gelangt ist. Da ist nicht eine Spur von dem unter jüngern, zum Theil recht geistvollen Gelehrten, üblich gewordenen Uebermuth, der oft in Hohn gegen minder glückliche Versuche ausartet; von jenem knabenbasten Wesen, welches sich durch vielfältiges Fuchteln und Toben, ein Ansehen zu geben meint und zuletzt selbst die Bewunderer leuchtender Geistesblitze nur mit Bedauern erfüllt. Arbeiten, wie die des Herrn Herzfeld können unser bereits tief herabgewürdigtes Schriftthum, — selbst wenn sie, wie jede umfassende Forschung, manches noch zu wünschen übrig lassen — wieder zu Ehren bringen. Wir sind um so eher berechtigt, unsre Leser auf dies Werk aufmerksam zu machen, alS darin sich öfters Erörterungen vorfinden, welche dahin abzielen, auch unsere Ergebnisse zu widerlelegen. ES kann uns nur zur Freude gereichen, daß die Erkenntniß fortschreitet, und wir selbst haben in den 36 Iahren seil dem Beginn unsers Geschichtswerkes nicht gefeiert, wie wir in einem demnächst erscheinenden Werke rückhaltlos darzuthun Gelegenheit nehmen werden. Jede vorgängige Berichtigung ist unS willkommen, und wir verargen selbst den Hoffahrtigen Richtern und den übermüthigen Spöttern nicht ihr Kraftgefühl oder ihre Keckheit, und bemitleiden nur ihren Mangel an Weltkenntniß, indem sie eine Wirkung erhoffen, die sie nimmer erzielen. Die Sammelplätze der Gelehrsamkeit bieten an