Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8 (August 1855)
- Date
- 1855-08-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3129675-3129718-3129726--1266-3131880- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ia-der heiligen Schrift. 299 dem Tode Simon deS Gerechten gar nie mehr den V"NSVN vt? in dem Priestersegen ausgesprochen, vielmehr muß die Stelle ^oma toi. 33, b. so aufgefaßt werden, daß in der ersten Xrauerzeit nach dem Tode des hohen Priesters Simon die Priester nicht mit dem Tetragrammaton das Volk segneten*). Denn bis zur Zerstörung des Tempels sprachen die Priester den vierbuchstabigen Namen aus. Im Tempel wurde also der Name immer ausgesprochen, außerhalb des Tempels wurde dieses zwar von der großen Menge aemieden. aber in den Lehrhäusern war eS noch gestattet. Zum profanen Gebrauche aber durfte dieser Name nicht ausgedrückt werden' Dennoch wurde auch das profane Aussprechen nur als eine Versündigung ^gegen die diesem Namen schuldige Ehrfurcht, keineswegs jedoch als ein strafbares Verbrechen angesehen, denn die schon angeführte Stelle (Sand. X, 1) INdt ^ttw I^N^ VVN Nd^ handelt nicht von dem einfachen Aussprechen des Namens, sondern von dem blasphemischen Aussprechen. Es liegt die Blasphemie in dem Worte was der babylonische Talmud fühlte, daher er die Erklärung gibt, es sei ein Vergehen, wenn es ^^I^Q in den Provinzen (wobei vielleicht gemeint ist, daß eine weltrichterliche Strafe nicht folgen kann) und auf eine ehrfurchtlose, spöttische Weise XU 7V*?2***1, geschieht. Wenn auch nicht in blasphemischer, so doch auf eine *) Simon d. G. lebte am Schlüsse deS ersten Jahrhunderts (?) nach Aufbau des 2. Tempels, also 400 Jahre vor dessen Zerstörung, so daß noch lange der Name von den Priestern ausgesprochen wurde. Simon war noch ein vereinzeltes Mitglied der durch Esra gestifteten 57112x062 wsLM. Denn ^"L? heißt einzelne Ueberreste, wie Scnekalirn cap. IV, 2 und 3. Sedacviw cax. V. und VI, weßhalb wir der Anficht deS Herrn Dr. 3. Levy (Frankel s Monatsschrift, Juli 1855. S. 268) nicht beipflichten können. In Kimchi'S Lericon s. v. 5^77 finden wir die Bemerkung 27^21 *^SN ll^ 7l'^ d^1N ^2 77'Z) ***) Das Wort oder wie Nathan im Aruch schreibt, ist schwerlich ein griechisches Wort, sondern wahrscheinlicher arabischen oder perfischen Ursprungs und hat die Bedeutung des Verabscheuen« (S. Freitags arab. Lericon s. v. H^). Sollte aber aus dem Griechischen genommen sein, so dürfte eö in keinem Falle mit Geiger (I. I. von »ra>»o^ abgeleitet werden, sondern wir hätten an das Wort «705 oder »705 zu denken, welches Wort nicht allein Verehrung, sondern auch ein der Sühnung bedürftiges Verbrechen (Meuluw) bedeutet. S3*