Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8 (August 1855)
- Date
- 1855-08-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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v. Oberrabiiner vr. Kahn. Prüfung und Sichiung hergesagt wird, somit such solche Stücke und Stellen, die durchaus nicht mehr anwendbar sind, mit durchlaufen, zwar nicht in der früheren Absicht, fondern mehr aus Gewohnheit und Unverständniß deS Inhalts, da nur die Wenigsten deu^brSifchen-Tett-^verstehen, diejenigen hingegen, die dessen kundig sind, solche Stellen von selbst auslassen: so wäre eS ein höchst nöthiges und zeitgemäßes Unternehmen, sowohl unsere täglichen Gebetbücher, als auch unsere „NaetiZorim" und „Seliekotk" vou diesen und ähnlichen Stellen zu reinigen und sie in dieser neuen Gestalt herauszugeben. Bei dieser Umarbeitung könnten auch noch viele andere Stücke, die weder Belehrung noch Erbauung mehr bewirken, ausgeschieden werden, wogegen selbst die orthodoxeste Richtung nicht sein würde (?). Ein solches Unternehmen könnte ganz unabhängig bleiben von dem Bestreben der Rabbiner und Gemeinden, einen noch viel geläuterteren G ottesdienst,"mit mehr oder weniger deutschen Elementen, und noch anderen Auslassungen, die mehr die entschiedenere reformatorische Richtung und ihr Princip charakterisirten, einzuführen und dafür auch geeignete Gebetbücher abzufassen. So sehr auch Schreiber dieses jenen Bestrebungen hold ist und die Notwendigkeit neuer Gebetbücher für den verbesserten Gottesdienst einsieht; er daher auch bei der 2. Rabbiner.Versammlung von ganzem Herzen diesem beistimntte^ünd Wrä tete und dafür kämpfte; er ebenfalls mit Freude die seither erschienenen derartigen neuen Bearbeitungen von Mever und Geiger :c. begrüßte und endlich auch mit Vergnügen und Theilnahme wahrgenommen, daß in der Rabbiner-Conferenz von neuem diese Aufgabe gestellt wurde: so glaubt er dennoch mit Recht behaupten zu können, daß alle diese Arbeiten und Bestrebungen vorläufig und noch in einergeräumigen Zeit nur für wenige einzelne Gemeind en von Nutzen sein, weit sie nur in d i e se n eingeführt werd en können. In den meisten Gemeinden hingegen werden sie, theils wegen religiösen Scrupels der meisten Mitglieder, theils aus Mangel an Einsicht und Erkenntniß, theils aber auch weil in diesen, besonders in den kleineren die Mittel zur Ausführung fehlen, noch lange unberücksichtigt und unbenutzt bleiben müssen. Diese große, ja größte Masse würde daher ihre Gebetbücher mit ihren Z^N^O und VNNNQ in deren ursprünglichen Gestalt noch länger behalten und Alles, ja sogar Manches, worüber sie sich schämen oder selbst verlachenSwerth halten würden, wenn sie den Inhalt verständen, aus denselben beten, oder besser hersagen. -- Zu Rücksicht auf diesen großen, ja größten Theit der Gemeinden wäre eS daher sehr nöthig, wenn eine Versammlung von