Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8 (August 1855)
- Date
- 1855-08-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3129675-3129718-3129726--1256-3131870- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
SSra-Vertin. 289 schranken, oder, gleich dem Gustav-Adolphs-Bereine, weitere GrSnzen ziehen? Letzteres entspricht unstreitig mehr, ja ganz eigentlich der Bedeutung des Pereins, ist aber, bei den eigenthümlichen jüdischen Verhältnissen, mit weit größeren Schwierigkeiten verbunden. Jedenfalls, meinen wir, müßte die Gründung eineS solchen weitgreifenden, die Brüder auch in fernen Ländern mit Liebesarmen umfassenden Vereines, von einem bedeutungsvollen Mittelpunkte ausgehen, um von vorne berein vas höhere Ansehen und die nöthitze Garantie zu gewahren. Wir wagen es, das hochehrtvürdige Central-Consistorium zu Paris hier zu nennen, als diejenige hohe Behörde in Israel, von welcher am Geeignetsten die Jnswerksetzung eines solch großartigen Institutes ausgehen könnte. Wir wissen wohl, daß unsere Brüder in Frankreich in einer Weise den übrigen LandeSeinwohnern gleichgestellt, in ihrem Cultus anerkannt und bei Erbauung ihrer Heiligthümer von Staat und Stadt unterstützt werden, wie sonst nicht wieder, in irgend einem Lande der Erde. Allein der Unterstützung von jüdischer Seite werden die Gemeinden nichtsdestoweniger auch dort bedürfen, und der heilige Mahnruf unserer Tora zur Unterstützung aller Hilfsbedürftigen, „im Andenken, daß Du einst selbst gedrückt und Heimathlos gewesen seiest" (O^V N"N 12p '2 N12N), wird die Herzen unserer französischen Glaubensgenossen um so tiefer ergreifen, daß sie den leidenden, vom Staate sticfväterlich behandelten Brüdern in der Ferne die thätig helfende Bruderhand freudig reichen werden — Hier auch wäre eine Gelegenheit geboten, wo das, durch seine weltumfassenden Geldmittel über die engen Grenzen eines einzelnen Landes hinausgehobene Haus Rothschild in einer großartigen, der Juvenheit zum Heile gereichenden Stiftung, sowohl seinem Reichtbume, wie seiner Glaubenstreue ein unvergleichliches Denkmal setzen könnte. - Hat ja lm vorigen Jahre, im Namen dieses HauseS, ein Glaubensgenosse aus der Kapitale Frankreichs, ein Mann, dessen Namen wir mit vielen Tausenden unserer Glaubensbrüder mit der größten Hochachtung nennen, Herr Albert Cohn, den heimathlichen Heerd verlassen, um die Roth der Brüder im Oriente anzusehen, damit ihnen nach Kräften Hilfe gebracht werde. Es ist dieß eine hohe Mis-