Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8 (August 1855)
- Date
- 1855-08-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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288 Esra-Verein. kannte, als Betrüger entlarvt, und ihr Buch mit Beschlag belegt wurde, indem sich das in Rede stehende Dokument als falsch und nachgemacht erwiesen hatte. — SS erscheint daher in unserer Zeit, in welcher das VereinSwesen, hervorgehend aus der segensvollen Quelle des AssociationsgeisteS, schon so Großes und Herrliches in's Leben gerufen hat, bringend nothwendig, daß auch die in Rede stehende Angelegenheit aus der Vereinzelung der Kräfte zur Verallgemeinerung, zur Vereinigung Vieler für einen großen und heiligen Zweck in segenbringender Weise geführt werde. Was unseren christlichen Brüdern möglich wurde, das kann auch für uns nicht unmöglich sein; und waS für sie ein Bedürfniß war, das ist es für uns in noch weit höherem Grade, indem die D i a 6 p o r a (einzeln zerstreuete Glieder der Glaubensgemeinde) bei uns Israeliten, dem Volke der Zerstreuung, natürlich in unvergleichlich größerem Maße vorhanden, und daher noch weit mehr hilfreicher Unterstützung bedarf, als solches bei den Christen der Fall ist. Freilich muß es zur Ehre der weithin zerstreuten, kleinen israelitischen Gemeinden gesagt werden, daß sie stets mit der seltensten Opferwilligkeit, wo nur zehn Genossen stch zusammenfanden, eine Betstube und bald ein Bethaus zu begründen bestrebt und bereit waren. Allein eben diese ehrenhafte Opferbereitschaft verdient Anerkennung nicht nur in Worten, sondern vielmehr in Thaten. Was soll auS den kleineren Gemeinden werden, wenn das Schulbuchs-Unwesen mehr und mehr verfällt, verfallen muß und soll, ihnen aber in anderer Weise, bei Erbauung oder Renovirung ihrer Gotteshäuser, keine hilfreiche Quelle stch eröffnet? — Auch muß man der Zeit, worin wir leben, Rechnung tragen, und in demselben Grade, wie der religiöse Sinn erschlafft, der Bedarf des Lebens aber stch steigert, müssen religiöse und gesinnungsvolle Manner, welcher Meinungsschattirung sie sonst angehören mögen, sich von dem gemeinsamen Sifer durchdringen lassen, durch Erleichterung des ersten und wichtigsten Religionsbedürfnisses daS religlöse Leben zu befestigen, indem fie kleineren Gemeinden zur Beschaffung von israelitischen Gebet- und Lehrstätten brüderlich beistehen. — Soll jedoch ein solcher Verein sich bloß auf Deutschland be-