Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8 (August 1855)
- Date
- 1855-08-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Esra^gerei». L87 - ' - ' . Abnehmen, auch wanderten mehrere Familien aus, die Minsen konnten nicht mehr aufgebracht werden — da trat der bedrohe liche Fall ein, daß das Kapital gekündigt wurde, die Gemeinde- Mitglieder einzeln wegen ihrer betreffenden Schuld ausgepfändet, und, wenn dieses nicht zureichte, Synagoge und Schule versteigert werden^söllten. M der ganzen Gemeinde war aber nur ein wirklich wohlhabender Mann, welcher auf seinen Theil mit circa 800 Thlr. haftbar war, eine Summe, welche, wie Jedermann weiß, der die ländlichen Verhältnisse kennt, geeignet ist. einen bemittelten Landmann zu Grunde zu richten. Ob die betreffende Gemeinde durch hilfreiche Bruderhände aus solch bedrohlichem Schicksale gerettet wurde, ist uns nicht weiter bekannt geworden, abe» die Dringlichkeit eines rettenden Unterstützungs- Vereins hat sich uns auch bei dieser Gelegenhttt^Nn^er^ebhÄft— testen Weise aufgedrungen. Die Erfahrung lehrt übrigens jeden unserer Collegen, namentlich derer in größeren Gemeinden, wie oft Hilfesuchende in Synagogenbau-Angelegenheiten aus kleineren Gemeinden erschelnen, wo gewöhnlich, bei den spärlich fließenden Beiträgen, mehr, wie man zu sagen pflegt, auf den Straßen^^teibt, als die armen Leute nach Hause bringen. Zuweilen auch kommen, indem in den kleineren Gemeinden die bezüglichen Ausgaben repanirt werden, einzelne Gemeindemitglieder, welche den sie betreffenden Beitrag zum Synagogenbaue auf eigene Faust collectiren. oder besser gesagt zusammenbetteln. Bei all Diesem leidet die Würde der Glaubensgemeinschaft. Ueberhaupt ist das ganze „Schutbuchswesen," wie eS aus den frühern Jahrhunderten uns überkommen und noch in Uebung ist. einem Bettlerunfuge weit ähnlicher, als der Förderung einer heiligen, gemeinnützigen Angelegenheit. Mißbrauch, ja zuweilen Betrug ist kaum zu verhüten. So ist mir ein selbsterlebter Fall bekannt, daß zwei Männer mit einem Schulbuche, welches mit dem Zeugnisse eines ehrwürdigen Rab binerS, ja mit dessen Amksstegel versehen war, durch viele Länder zogen, Hunderte einsammelten, bis sie endlich in einem Orte, wo ein Gelehrter wohnte, der in seiner Jugend bei jenem Rabbiner Talmud studiert hatte, und daher dessen Handschrift genau