Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1855)
- Date
- 1855-07-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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Rlmbschäu. Morgen-FefigoiteSdienste versammelte ein v<jsunsr die Gäste, sowie die Beamten der Gemeinde in dem gastlichen Hause des Herrn vr. Ladenburger, dessen wahrhaft gebildete Gattin in dem anregenden Eifer für die heilige Sache des neuen Gotteshauses und Gottesdienstes ihrem hochverdienten Gatten würdig zur Seite steht. Unter den übrigen SynagogenrathS- Mitgliederu, welche sammtlich um ihres EiferS willen, womit fie der Gemeinde zu einer würdigen Synagoge, der Synagoge zu einem würdigen Rabbiner, dem Rabbiner zu einem würdigen Gottesdienste verhalfen, der höchsten Anerkennung Werth erscheinen, wellen wir noch besonders Herrn Oberrath Aberle fen. Herrorbeden, welcher obgleich er mit seiner ganzen GemüthSrichtung dem herkömmlichen Judeuthum angehört, dennoch (und wir ehren ihn, wenn wir sagen: ebeudeßhalb) dem neuen Gottesdienste mit inniger Liebe und Begeisterung anhanglich ist. - Abends 8 Uhr versammelte ein großes Festessen von 3VV Gedecken d''e ganze Gemeinde und ihre geladenen Gäste^ Zahlreiche Toaste w ü^zte^^nd^^o^ MaHl^ Herr vr. Ladenburger brachte, als Vorfitzender, den ersten officiellen Trinkspruch auf Sr. t. Hoheit, den badischen Regenten, aus, worin er eine interreffante Mittheilung aus einer gedruckten bürgerfesttichen Rede des vorigen Jahrhunderts mitcheilte, welche de? damalige Rabbiner. R. D. Scheyer *?"s ^2)?V ^l), abhielt, und worin er das bekannte talmudische Gleichniß vom Baume und dem Wanderer auf das badische Regentenhaus anwendete. Nachdem hierauf Prager den zweiten officiellen Toast auf den badischen Oberrath ausgebracht ^atte,^erhob^^ich^. unter allgemein gespannter Erwartung, das geistliche Mitglied des OberratheS Herr Altmann, welcher von der Regierung zum Feste teputirt war, und sprach fich in begeisterten Worten über die ganze Haltung des Feste-, über den wahrhast frommen Sinn der israelitischen Gemeinde zu Mannheim und besonders über ihren so glücklich gewahrten Frieden, höchst anerkennend aus. Seine ertemporirte Rede wurde oft von dem Beifallssturme der freudig überraschten Versammlung unterbrochen, und der Redner selbst war tief ergriffen und von der allgemeinen Begeisterung fichtlich gerührt Wir haben uns, zu unserer großen Geuugthuung, in der vorausgesetzten, guten und unpartheiischen Gesinnung des Herrn Altmann nicht getäuscht; und möge auch er die Ueberzesgung mit nach Hause genommen haben, daß da, wo so innige Liebe und warme Begeisterung obwaltet, nothwendig euch wahre Neligiofität obwalten müsse, die einigen, nicht trennen, bauen, nicht zerstören wolle. — Bis in die spate Nacht hielten Mufik, Gesang, ernste und scherzhaste Reden die Festgeiwssen beisammen; und wir schieden von ihnen und der würdigen Schwestergemeinde mit dem Zurufe des heiligen Sängers: NNVV 2*? ^v^l ZM! 118 »Licht ist auSgesäet für den Frommen und für die geraden Herzen Freude! «NIM ."2 0^)^ So freuet euch, ihr Frommen in Gott, und danket bei der Erinnerung seines Heiligthums! (Ps. 97, lt, 12.)