Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1855)
- Date
- 1855-07-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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^4 Stmtdscha». hielt - »ach der dahier eingeführten, nunmehr auch in Offenbach mit großem Beifall aufgenommenen Weise, am Ende des Gottesdienstes — der zweite Rabbiner. Herr Linde mann, über Psalm 84, 2 ff.: „Wie lieblich Kud reis« Wohnungen, Herr Zebaoth ,c.» — und Diktion und Vortragsweise desselben hakten sich des Beifalls der ganzen Gemeinde zu erfreuen. Indem wir uns vorbehalten, auf das neue Gebetbuch, welches sich als ei» provisorisches verkündigt, zurückzukommen, sobald dasselbe vollendet vorliegt, richten wir noch einen freundlichen Blick auf das neue Gotteshaus, bevor wir dasselbe verlassen. Die prachtvolle, neue Synagoge zu Manheim, i« ihrer Art wohl die schönste im'deutschen Israel, bildet in ihrem Inner» «m Oblongum, worin, die freien Plätze mit eingerechnet, über 1500 Personen geräumig Platz finden, im unteren Räume die Männer, auf einer, «n die drei Seiten herumgebauten, auf herrlichen Marmorsäulen ruhend-,, Sallerie die Frauen. Auf der Abendftite, in einer Vertiefung, befindet sich ein geräumiger Platz für den zahlreichen Sänzerchor. und im Hintergrunde die von dem rühmlich bekannten Meister zu LudwigSburg, Herrn Walker »ud Comp, gebaute Orgel, welche mit ihren zwei imposanten Flügeln die ganze Seite ausfüllt. Die prachtvolle heilige Lade, von der nur zu bedauern ist. daß dieselbe nicht höher angebracht werden konnte, ist, nach dem MuAer der Coufiftorialsvnagoge zu Paris, als ein vollständiges Zimmer zur 85suahme der Torarollen eingerichtet. Da oberhalb derselben ein fallendes Lich angebracht wurde, so ist das Oeffnen der heiligen Lade, in den Morgenstunden wenn die Sonne den Osten bestrahlt von tief ergreifender Wirkung; die Gesetzrollen stehen dann im himmlischen Lichte da. wie eine stammende Offenbarung. — Die Kanzel ist rechts der heiligen La:e passend angebracht, »ach einem Modelle von Hrn. Dielmann zu Frankfurt a. M. sehr schea eutworfen und ausgeführt. Die Dekoration nud Malerei find reich, aber ohne Ueberladung. Das ganze Haus erscheint mit seineu beides Kuppeln, womit das Gewölbe ender, wie ein leichthinschwebender Seraph, und stimmt schon durch seinen erhebenden Bau zur Andacht. Das Aeußere entspricht in seiner architektonischen Schönheit und Würde dem erbaulichen Eindrucke, dessen wir im Innern des Hauses lheilhaftig werden. — Möge die würdige Gemeinde desselben in Frieden Jahrhunderte hindurch genießen'. Nach deMÄbend-FestgotteSdienKe vereinigte eiu frohes Mahl die eingeladenen Rabbiner, nebst dem verehruugswurdigeu Präses des SynagogeuratheS. Herrn vr. Ladenburger, bei Herrn Rabbiner Präger. Der «eftlich gehobenen Stimmung gab Herr Rabbiner Fürst aus Heidelbng. beredtsamen Toaste auf Prägers Wirten, den entsprechenden Ausdruck, rüdem er die Bedeutung und das Maßhalte» in den eingeführten Reformen anerkennend hervorhob - ein Urtheil, worein alle College» freudig »mmten. deun es war in der That keine kleine Aufgabe, in so kurzer Zeit den Gottesdienst in würdiger Weise zu ordnen, die aber Präger, mit Hingebung und unermüdlicher Ausdauer glücklich gelöst hat. - Nach dem