Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1855)
- Date
- 1855-07-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3129675-3129718-3129725--1238-3131851- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Z75 Ruubfiha«. vörtrug. wle es nur von lang-übten Meister» der GesangSkuust zu erwarte» steht. Herr «uhn wurde in dieser Aufgabe, wofür er mit religiöser?esiv. »ung entflammt t». durch die heilige Begeisterung gefördert, wovon, sowie alle Mitglieder der israelischen Gemeinde zu Mannheim, insbesondere die Sänger und Säugerinnen de5 Synagogenchores für die große Sache trr Regeneration unseres Gottesdienstes lebhaft durchdrungen find. Damen avden ersten Häusern traten mit an die Spitze der guten Sache und zeigteden edelsten Wetteifer für die Begründung und Fortbilcung d-S SängerchoreS durch persönliche Betheiligung, ein Beispiel, welches gewiß nah und fern von den erfreulichsten Folgen sein wird. Neben den beiden geuauutea Männern gereicht es uns zur besonderen Genugthuung, einen dritte» Mann mit öffentlicher Anerkennung zu nennen, Herrn Aberle jun.. welcher rührig, unermüdlich, überall fördernd, allseitig anregend, vor keinem Hindernisse zurückschreckend, den eigenen warmen Eifer anderen miltheileud. sich vm die Schöpfung des herrlichen Synagogeuchors ein ungemein großes Verdienst erworben hat. Möge er seinen Lohn da finden, wo er allein ihn suchet, nämlich in der Erhaltung des schönen Werkes, das er begründete. — Die Festpredigt hielt Herr Rabbiner Präger über die Stelle aus derSidra 4, B. M. 24, 5 ff. HjU' "j^Ndt 7!v^, indem er die Bedeutung des Gotteshauses in dreifacher Weise würdigte: l) als Haus der Andacht (N^SNN N'2). 2)als Haus der Versammlung lNOZ271 N'Ä- und 3) als Ha,S der Belehrung (V^^lvN offenherzige gefinnungSvolle Redner legte auch hier wieder seine Wahrhaftigkeit und die innige Liebe, welche ihn für die Erhaltung und Läuterung unserer heiligen Religion durchdringt, in der ehrenvollsten Weise dar. Besonders angesprochen hat uns ein origineller Gedanke in Betreff der Gestaltung des Cu!tuS nach den Anforderungen der Zeit, daß nämlich das Wort, welches Gott an uns richtet, als AuSAuß des göttlichen Geistes ewig bestehe (O^V*? Ms)' 121), Wort ader. welches wir an. Gott richten, fich nothwendig, als der Ausdruck unserer Bedürfnisse und Spiegel unserer Zustände diesen gemäß gestalten müsse. Mit gerechter Selbstbefriedigung hob der Redner rühmend hervor, wie diese zeitgemäße Um- und Beffergestaltung des CultuS in Mannheim unter Zuftimmnngder ganzen Gemeinde, ohne wie in anderen Gemeinden bedauerliche Zwietracht hervorzurufen, ver^ch g^ können in dieses anerkennende Lob nur einstimmen, indem die Versöhnlichkeit beiderseits fich bewährte, einerseits die Gegner der Orgel — dieses andachtfördernden, in der neue» Synagoge zu Mannheim aus reicher Tonfülle wirkenden Instrumentes — mit dessen Einführung fich zufrieden gaben, andererseits die Freunde der Reform fich die Beibehaltung vou verhältnismäßig viel Hebräisch gefalle» ließeu, des liebe» Friedens halder. Denn mir nun wohl dabei mit schmerzlicheu Gefühle« der eigenen Gemeinde gedenken mußte, wo Anfangs weit geringfügigere Reformen das sofortige Zurückziehen der Einen Partei von der Synagoge bewirkte», so mußte es uns doch wieder mit freudigem Selbstgefühle