Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1855)
- Date
- 1855-07-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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Hundschay. S) ysrck den Präses beim Pflegamte des Almosenkastens, Herrn vr. Weil eine Flasche deS jüngsten Weines, endlich 4) dvrch den Präses des Fremdenhospitales (Vi^Tf), Herrn Louis Lotmar eine Büchse voll der jüngsten Kornfrucht. — Es schloß sodann der rühmlich bekannte Architekt des BaueS, Herr Kayser, mit einer Metallplatte, worauf durch die kunstgeübte Hand deS Herrn Krut hoffer dahier, VaS hebräische und deutsche Datum der Grundsteinlegung ausgeprägt war, die Oeffuuug deS SteineS, die Herren Bürgermeister, die Vorfitzenden des GcmeindevorstandeS und Ausschusses, sowie der fungirende Rabbiner thaten die üblich?« Hammerschläge, wieder ertönte Gesang, an welchen daS Schlußgebet sich anreihcte. worauf ein hebräischer Choral 82 NkN'^N " dUtt ,5U N^IN Mdb von Halevi herrlich komponirt. die Feier in würdiger Weise abschloß. Während des letzten Gesanges begannen die Maurer, ihr Werk den Grundstein zuzumauern, und ihre Hammerschläge mischten sich taktmäßig in den harmonischen Gesang, was eine eigenthümliche Wirkung hervorbrachte. Biege in solch heiliger Harmonie der Bau voranschrciten, und dereinst Frieden in ihm wohnen auf immerdar! — Eine schöne, von Herrn Köbig und Kruth offer ausgeführte Lithographie, welche den EinladnngSkarteu beigelegt war, gibt ein schönes Bild von der künftigen Synagoge, wornach ein herrlicher Bau erwartet werden darf. — Die zweite Festlichkeit war die Synagogeneinweihung zu Mannheim. Dieselbe fand am 29. Juni in wahrhaft erhabener Weise statt. Freitag Abend um 6 Uhr begann die Feier mit der Einbringung der Torarollen, welche von sechzehn Rabbinern, theils badischen, theils auswärtigen, getragen und begleitet wurden. Der Moment war von tief ergreifender Wirkung. Nachdem die Tora's in die heilige La5e eingesetzt, und das Gebet (Seite 235 des neuen Gebetbuches: „Wenn ehemals die heilige Lade :c.) vom Rabbiner in deutscher Sprache abgehalten war. wurde die vom Herausgeber dieses Blattes gedichtete und von dem talentvollen Sohne unseres Herrn College» zu Gießen, dem jungen Hermann Levi, in origineller Weise comvomrte Eantate von einem, aus nahe an hundert Mitgliedern bestehenden, wohl eingeübten Chore von Sangern und Sängerinnen aufs Glänzendste ausgeführt. Herr Kapellmeister Franz Lachner, Lehrer des jungen Eomponisten. dirigirte selbst, und müssen wir hier demselben für direge Theilnahme und den wahrhaft hingebenden Eifer, womit er sich die Einrichtung und Verherrlichung des nenen Gottesdienstes angelegen sein ließ, den wärmsten Tank aussprechen. Neben ihm wollen wir nicht versäumen, dem wackeren Ehordirig^nten, Herrn Kuhn, unsere Z«ü!gfte, tiefgefühlte Anerkennung zu zollen. Derselbe, ein Ehrist, ist dem zu hebenden Gottesdienste seiner israelitischen Brüder mit so ungetheilter Liebe ergeben, daß er hierin jedem jüdischen Chordirigemeu an die Seite, manchem als Muster vorangestellt werden darf. So leistete er auch das fast unmöglich Scheinende, innerhalb kurzer Zeit einen, nur aus Diletanten bestehenden Sängerchor so heranzubilden, daß dieser die hebräischen und deutscheu Gesänge mit einer Klarheit und Abgeruudetheit V. »!---------