Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1855)
- Date
- 1855-07-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3129675-3129718-3129725--1236-3131849- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4». Rundschau. -N1vVd< ^N^Q^V >p Frankfurt am Main im Juli. — Wir haben über drei bedeutungsvolle Festlichkeiten;u berichten, deren wir mit gehobenem Gemüthe beigewohnt. Die erste ist die bereits im vorigen Hefte erwähnte Grundsteinlegung zn unserer neuen Gemeiude-Zynagoge. Dieselbe ging am 28. Juni, Nachmittags 4 Uhr. in hoher Feierlichkeit von statten. Die Feier begann nachdem der Präses der israelitischen Gemeindeverwaltung. Herr Moritz B. Goldschmidt, die eingeladeneu Houorationen in einer kurzen, würdigen Anrede bewillkommt hatte, mit einem hebräischen Gesauge (H alelluja^, Ps. Alk,!—4), worauf ein deutsches Festgebet die Handlung einleitete. Daran schloß fich der deutsche, in diesen Blättern bereits mitgetheilte Feßges ang, welchem die Festpredigt fich anreikete. Diese nahm zum Tcrte die Offenbarung Gottes an Jakob l^sP' als er unter freiem Himmel übernachtete, heimathloS, vom Bruder verfolgt, aber von Gott in der Hoffnung bestärkt, einst wieder aus diesen Boden zurückzukehren, welchen der Herr ihm. und seinen Kindern zum heiligen Erbe eingeben wolle. Der Vortrag erging fich über die Bedeutung des Momentes, der ebenso ein hoher Moment der Erinnerung wie der Hoffnung sei, durch weiche Gintheilung Gelegenheit geboten war. die Bestrebungen, welche einst bei dem inneren, geistige» Ausbaue des Gottesdienstes maaßgebeud sein sollen, kundzugeben, daß nämlich, Wie hier aus dem Grunde des alten Gotteshauses, wo ehedem der unstäte Pilger Jakob Ruhe fand, die neue Synagoge auf heimathlichem Boden gegründet werde, so auch der Gottesdienst aus dem Urgründe einer tiefen Vergangenheit heraus in eine erhabene, lichtvolle Zukunft hinein, unseren Erinnerungen und Hoffnuugeu entsprechend, gestaltet und erneuert werden sott. — Auf die Predigt folgte die eigentliche Festeshandlung, indem nacb ergangener Aufforderung des Redners, die, in der oben (Nr. 4t) mitgetheilte«. hebräischen Votivtafel genannten Gegenstände durch folgende Herren iu den Grundstein eingelegt wnrdeu, nämlich: 1) durch den Präses des Vorstandes, Herrn Moritz B. Goldschmidt ein Köcher, worin zwei Dokumente das eine hebräisch (Votivtafel auf Pergament), das andere deutsch, verfaßt von Herrn vr. Jakob Weil, in edler Einfachheit die historisch-« Momente des Baues darstellend, und enthaltend die Namen der beiden regie» rendea Bürgermeister, des sungirendeu Rabdiner'S und der jetzigen Mitglieder des Vorstandes und Ausschusses; 2) durch den Präses des Ausschusses. Herrn vr. Meuha yu eine Büchse mit deu neuesten Münzen hiefigen Gepräges;