Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1855)
- Date
- 1855-07-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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«sß asder-i Zeitschristem ' 2S5 zubringen, daß ihr Läugnen nichts half. Einige Mitglieder der Synode forderten, daß die Angeklagten auf die Folter gelegt würden; aber der Großfürst gab hierzu nicht seine Zustim« mung. So konnte die Synode diese Sectirer nur anathemansiren und ins Gefananiß werfen: die, welche nach Sorgorod gesandt wurden, erfuhren eine härtere Behandlung. Sie wurden in phantastische Aleider gehüllt, um Teufel vorzustellen, man setzte ihnen spitzige Mützen aufs Haupt, auf denen geschrieben stand', „das ist das Heer des Satans," man setzte sie verkehrt auf Pferde, und aus Befebl des Bischofs führte man sie durch die Straßen der Stadt, in der sie allen Verhöhnungen und Unbilden preisgegeben wurden. Dann ließ man ihre Mützen auf ihrem Aopf verbrennen und sie ins Gefängniß werfen. Zesinius und Kuritzin fuhren indeß fort ihre Irrlehren zu verbreiten, man behauptet, daß dieser Sekre es zur Last fällt, daß sich im Schooß der Bevölkerung Zweifel über die wichtigsten Dogmen der christlichen Religion verbreiteten, und daß sich Geistliche und Laien über die Rechtmäßigkeit des Vilder-Cultus, über die Dreieinigkeit, über die Natur Christi u. s. w. stritten. Der Metropolitan Zesenius mußte Z 494 seine hohe Stelle niederlegen und sich in ein Kloster zurückziehen. Kuritzin blieb noch lanqe in Gunst bei dem Monarchen, der ihn als Gesandter zu Kaiser Maximilian I. sandte. Aber der Haß, welchen der Abt Joseph und der Bischof Grannadus gegen die Häretiker hegten, war unauslöschlich, und im Anfang des 16. Jahrhunderts entdeckten sie eine große Zahl dieser Sektirer. welche sich nach Deutschland und Sithauen flüchteten, um der Verfolgung zu entgehen. Auritzin und mehrere seiner Schüler wurden öffentlich über ihre Ansichten verhört und gestanden sie unumwunden ein. Der Großfürst gab sie ihren Verfolgern preis, und Auritzin, Kassian, der Abt des Klosters S. Georg in Sorgorov und mehrere andere wurden lebendig verbrannt. Seit dieser Zeit halte die Sekte ihr Ende erreicht. Gleichwohl besteht noch heutigen TagS die Sekte der Raskoleiks, welche das mosaische Gesetz beobachten; sie sind unter dem Namen Hebotniki, d. i. SamstagSleute bekannt, weil sie den Samstag statt des Sonntags feiern. ES ist ungewiß, ob sie die jüdische Religion geradezu annahmen, oder aus dem Christenthum und dem mosaischen Ritus eine Mischung machten. Die RaskolntkS theilten sich in zwei Sekten: Die PapowSchtschma, oder diejenigen, welche Priester haben, und die Bezpopowschtschma, oder diejenigen, welche keine haben. Die erstere