Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1855)
- Date
- 1855-07-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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2S4 Sss sniern Zeitscheisten. dienst u. s. w. Bon einigen Juden unterstützt, gelang es ihm, einige Priester der griechischen Kirche und deren Familie für sich zu gewinnen, diese Neubekehrten zeigten sich so eifrig, daß sie den Wunsch ausdrückten, sich beschneiden zulassen. Ihre geistigen Führer riechen ihnen ab, einen Porsatz anSznführe!,, der sie der Gefahr der Entdeckung ausgesetzt hätte; sie forderten sie sogar auf, sich öffentlich zu den Gebräuchen der Christen zu bekennen, da eS genug sei, wenn sie im Herzensgrund ächte Israeliten wären. Sie folgten diesem Rath und wirkten insgeheim, aber mit dem größten Erfolg, die Zahl ihrer Proselvten zu vermehren. Die hauptsächlichsten Verbreiter dieser Sekte waren zwei Priester, DyonisiuS und Alexius. Diese Kryptojuden wußten sich äußerlich der. griechischen Kirche so darzustellen, daß sie in den Ruf hoher Heiligkeit gelangten. Nachdem der Großfürst von Moskau die Republik Sorgorod in eine Provinz seines Reiches umgewandelt hatte, rief er die genannten beiden Priester zu sich in seine Hauptstadt und übertrug ihnen die Stelle eines Protopapas in seinen beiden Hauptkirchen. Alexius wußte stch bei dem Großfürsten so sehr in Gunst zu setzen, daß er jeder Zeit freien Autritt zu ihm hatte. Darob vergaß er die Verbreitung feiner besonderen Ansichten nicht, und sie wurden insgeheim von mehreren Geistlichen und Laien aufgenommen, unter andern von Auritzin. dem Sekretär des Großfürsten, und 3 esintuS. dem Abt des Klosters vonS. Simon; derselbe wurde von AleriuS 1490 dem Großfürsten empfohlen, und von diesem zu der Würde eines ErzbischofS zu Moskau erhoben. So wurde ein heimlicher Sektirer deS IudenthumS das Haupt der russischen Kirche. Alexius und mehrere Haupter der Sekte starben im Ruf frommer Christen; daS Vorhandensein dieser Sekte wurde von Prennadius. dem Bischof von Sorgorod, entdeckt, welcher mit mehreren Sektirern die Beweise gegen sie nach Moskau sandte, ohne zu wissen, daß der Metropolitar selbst und der Sekretär des Großfürsten zu ihnen gehörten. Er klagte diese Jrrlehrer an, sie hätten gesagt, die Bil . LMgen Kijm^^nur Stücke Holz, sie hätten sie mit ihren Zahnen verbissen und an schmutzige Orte geworfen; sie hätten das Kreu; angespuckt und gegen Christus und die Jungfrau Verwünschungen ausgestoßen, auch das ewige Leben geläugnet u. s. w. Der Großfürst berief eine Synode von Bischöfen und andern Selstllchen auf den 17. Oktober 1490 nach Moskau, um diese wichtige Frage zu entscheiden. Die Angeklagten, unter denen sich dle ProtopapaS DyonisiuS und Gabriel befanden, laugneten hartnackig alles was ihnen zur Last gelegt worden war; aber es gelang, eme lolche Zahl von Zeugen und Beweisen gegen sie vor-