Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1855)
- Date
- 1855-07-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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von Oberrabbiuer yr. Kahn. ZHt allerlei Greuel auf Erden, wie auch V. S: Die sieben Häupter find sieben Berge, auf welchen das Weib sitzet. Ebenso trifft nicht uns Evangelische, sondern allenfalls ncbst den Heiden das Pabstthum. was Christlieb Pag. 14 auS den Selichoth aufführt: „^Wohin sollen wir fliehen, als nur zu dir. der du zur Zeit der Angst antwortest? die Bilder, die Abgötter, die Haine und die freistehenden Bilder sind dock taub und blind und ein eitler Betrug."" Welche Worte man ja auf Seiten unser, der Evangelischen den Juden ohne Bedenken mit Herz und Mund nachsprechen kann. Endlich 6) zeigt er wieder mit großer Sachkenntniß viele Beispiele nach, wie von Christlieb viele Worte und Ausdrücke in den Selichoch falsch übersetzt werden. Zn Beziehung auf die Flüche, mit welchen nach Christlieb die Juden in den Selichoth die christlichen Könige und Fürsten, ja die ganze Christenheit^betege^^N^ von vielen Stellen aus den Selichoth entgegnet Michaelis wieder mit folgenden sehr schlagenden Bemerkungen: 5) daß in dem Terte weder der Name der Christen, noch ihrer Könige und Fürsten vorkömmt, sondern beziehen diese Wünsche sich insgemein nur auf die tyrannischen Verfolger der Juden. b) Gesetzt aber auch, sie bezögen sich auf Christen und christliche Fürsten, so sieht man doch auS den beigefügten Beschreibungen, daß keine^^ndern^^emeint sind, ^solche, welche sich gegen die Juden grausam erwiesen und wohl gar ihr Blut vergossen haben oder noch vergießen werden. e) Gegen die Behauptung Christliebs, daß man von Seiten einiger christlichen Staaten den Juden keine Veranlassung gegeben hätte, zu Gott um Rache gegen sie zu schreien, und dessen Aeußerung: „Wenn das jüdische Volk wahrhaft die gefährlichsten Feinde bätte, so sollte dasselbe keine größere Verbitterung haben: da aber dasselbe ohne Ursache Rache suchet, so werden solche Flüche auf ihr eigenes Haupt kommen müssen." — bemerkt Michaelis sehr treffend in folgenden Worten: Aber es wäre zu wünschen, daß er I^imdoscki lnstoriam Inquisitionis oder auch BarkenS vollständige Historie der Inquisition auS dem Englischen übersetzt nachlesen möchte, so würde er hoffentlich mit seinem Bolke mehr Mitleiden und Erbarmen haben. Wie ich denn vorher meine Muthmaßung, daß die jüdischen Selichoth, wenigstens einige derselben um die Zeit der angegangenen grausamen und unchristlichen spanischen Inquisition gemacht seien, bereits angezeigt habe, und hierin bestärkt werde durch daS, was Ehristlieb selbst Pag. 16 aus denselben anführt: Sie (die Christen) haben böse Gedanken, daß sie (die Juden) ihren Greuel