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Der israelitische Volkslehrer · 1855-07-01 · Heft 7 (Juli 1855) · page 23

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 7 (Juli 1855)
Date
1855-07-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Mitch-ilange» ist und da man auch in anderen Landern der Christenheit unter diesem und jenem nichtigen Vorwande (als wenn sie z. D. die Brunnen vergiftet. Christenkinder ermordet und deren Blut gesoffen, geweihte Hostien durchstochen, aus welchen darauf durch ein Wunderwerk Blut geflossen wäre, gegen die Juden_.Mit.^Le-... raubung ihrer Habseligkeit. Gefängniß. Verjagung und Todschlag. auS unverständigem Eifer und unmenschlicher Grausamkeit verfahren, ja die abscheuliche Inquisition in Spanien und Portugal gegen die Juden bis auf den heutigen Tag fortdauert; ist eS denk zu verwundern oder auch den Juden zu verdenken, wenn sie solche Roth und Trübsale Gott geklagt haben? Und daß dieses arme Volk auch noch immer harte Schicksale habe, wird wohl Niemand leugnen können, wer nur bedenkt, wie dasselbe in diesen Zeiten aus verschiedenen Reichen der Christenheit vnbannt worden. Daher ChristliebS Einwurf nicht hinreichend ist, wenn er schreibt: wenn dem jüdischen Volke vor Zeiten viel Gewalt und Uurecht widerfahren, warum klagen sie denn noch jetzt über Verfolgungen? Warum schaffen sie denn solche Gebete nicht ab, die sich nicht mehr zu ihrem Zustande schicken? Denn wenn auch hie und da jüdische Gemeinden unter christlichen Obrigkeiten Schutz und Ruhe genießen, sollen sie denn deßwezen nicht ihrer Brüder gedenken, welche anderswo annoch unter dem Drucke stehen? Wie Ebr. 10, 32. 33. eS von den gläubigen Ebräern hieß : Ihr habt erduldet einen großen Kampf des Leidens, zum Theil selbst durch Schmach und Trübsal ein Schauspiel worden, zum Theil Gemeinschaft gehabt mit denen, denen es also gehet. v) Weist er wie sü l ebenfalls hier wieder an Beispielen nach, daß von Christlieb Vieles aus den Selichoth auf die Christen gedeutet wird, ohngeachtet es gar nicht auf sie paßt. Merkwürdig und den streng protestantischen Standpunkt und die Abneigung Michaels gegen das Papstthum bezeichnend, ist die 4. Bemerkung Michaels gegen Christlieb, daß er nämlich dasjenige, inSgemein auf alle und also auch auf evangelische und protestantische Christen bezieht, was in den Selichoth allenfalls allein auf da» Pabstthum und zwar in sofern dieses die Juden «ngstiget und verfolget, gezogen werden könne. „Ist denn etwa.« w fahrt Michaelis in seinem Eifer gegen Rom fort, „bei Chrifl- «eine Lästerung der ganzen Christenheit, wenn Bltringo nebst anderen protestantischen TheologiS auf Rom deutet, wa« man in der Offenbarung Johannes lieser K. 14. 8. „Sle ist gefallen, ste ist gefallen, Babylon die große Stadt. Denn fit hat mtt dem Weine ihrer H...... getränkt alle Heiden" und 5: „Du große Babylon, du Mutter der H....... und

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