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Der israelitische Volkslehrer · 1855-06-01 · Heft 6 (Juni 1855) · page 40

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 6 (Juni 1855)
Date
1855-06-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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Rundschau. 237 Zahl «ach »icht so gering, wie angegeben worden. Doch ist dieses Nebensache. — Durch Se. Erellenz, den Herrn EabinetS-Minifter Or. Fischer, welcher stets und überall das Beste der Israeliten anstrebt, ist die Aufnahme israelitischer Zögtinge in'S hiesige Landesseminar resolvirt Word-K, nachdem das Konsistorium dieselbe wiederholt abgeschlagen hatte. vr Fahrendach. A»S Oberfranken. — Anfangs Juni. — (Von einem anderen EorreSpoadevten. — Vergl. Maihest.) Wahrscheinlich find Sie, geehrtester Herr Redactenr, sowie viele der Leser Ihrer geschätzten Zeitschrift, begierig z» erfahre», wie das Resultat der neuen Wahlen zum bayerischen Landtage in Bezug auf tie noch immer schwebende Judenfrage ausgefallen sei. Ich mnß gestehen, daß wir hier zu Lande gerade keine große Hoffnung hegten, Diedersm einige unserer Glaubensgenossen von den begreiflicherweise fast ausschließlich christlichen Wahlkörperschaften in die Polkskammer gesendet zu sehe». Nun wurde aber doch Herr Advokat vr. Arn heim aus Bayreuth von Dem Wahlbezirk Hof, zu welchen, gar keine Israeliten gehören, wie im Jahre lS49 so auch diesmal, zum Abgeordneten erwählt. Herr vr. Morgenstern erhielt im Wahlbezirk Erlangen, zu welchem auch die Stadt Fürth geHöne, von t99 Wahlmänner 99 Stimmen, also eine Stimme veniger als die erforderliche absolute Majorität; er wurde dann zum Ersatzmaua in semselbeu Wahlbezirke gewählt. Es ist sehr zu bedauern, daß dieser gesinnungStuchtige und talentvolle Mann nicht wiederum in der Kammer der Abgeordneten erscheint. Doch theilt er dieses Schicksal mit den meiste» seiner Gesinnungsgenossen, mit den Männern der äußersten Linken, die fast alle bei der Wahl durchgefallen find. Dasselbe widerfuhr aber auch den Männern der äußersten Rechten, und wir haben das Vergnügen in der uengewählten Kammer von bekannten Judenfeinden nicht zu erblicken einen vr. Sepp, eine» Allioli, einen ThinneS und noch einige andere. Ld das StaatSministerium in dem, dem Landtage wiederum vorzulegende» Entwürfe eines Wahlgesetzes die Ausschließung der Juden nochmals beantrage» werte, darüber läßt sich mit Gewißheit nichts voraussagen. Man sollte freilich denken, nachdem sich die Kammer der Abgeordneten so nachdrücklich und mit einer sehr entschiedenen Majorität für Zulassung der Juden zur activeu »nd passiven Wahl ausgesprochen, so würde die Regierung diese? ausgesprochenen Anficht des BolkeS durch seine Vertreter gebührende Rechvung trage» »nd von ihrem frühereu, der Consequenz sowohl als der Humanität ins Geficht schlagenden Antrage Umgang nehmen. Allein wir find scho» so dara» gewöhnt worden in neuerer Zeit, von ven Regierenden wenig oder gar teiue Rückficht auf die Wünsche der Regierten nehmen zu sehen, daß wie «s keineswegs verbürgen möchten, dast jene lieblose, das Gefühl der Israelit?» aufs tiefste verletzende Bestimmung in dem neuen Entwürfe nicht wiederum erae Stelle finden werde. So viel aber läßt sich mit Gewißheit voraussagen, daß die Ausschließung der Israeliten vom Wahlrechte,

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