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Der israelitische Volkslehrer · 1855-06-01 · Heft 6 (Juni 1855) · page 41

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 6 (Juni 1855)
Date
1855-06-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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238 Rundschau. wenn fie beantragt werden sollte, von der Volkskammer eben so entschieden, wie daS vorige Mal zurückgewiesen werden wird. Denn eS find nicht nur die Vorkämpfer der religiösen Freiheit,'ein Herr von Lerchenfeld, ein Graf Hegnenberg, Advokat Paur u. s._W^^M_runi^gewählt worden (Ersterer sogar in vier verschiedenen Wahlbezirken zugleich), sondern wir begrüßen auch mit Freuden unter den gewählten Abgeordneten so manche von den vormärzlichen Kämpfen gegen das Ministerium Abel unseligen Andenkens her berühmte Namen, wie Freiherr von Closen, Dekan Bauer, Professor Edel u. a. m., welche gewiß ihren Grundsätzen seitdem nicht untreu geworden find und dieselben eben so fteimüthig und nachdrücklich, wie jene ihre Collegen, an den Tag legen werden. Schließlich habe ich noch zu bemerken, daß der zweite Präsident der aufgelösten Kammer. Professor Weis von WürMrg, früher Advokat in der Pfalz, nicht wieder gewählt worden ist, trotzdem mau in verschiedenen Wahlbezirken ihn durchzusetzen fich alle Mühe gegeben hat. Derselbe hatte sich a!S Referent über das neue Wahlgesetz beim vorigen Landtage stark blamirt, indem er, seine früheren liberalen Grundsätze verläugnend, zwischen den Vorschlägen der Regierung und den Wünschen des Volkes auf eine klägliche Weise hin und her schwankte, wie er unter Anderm den Nichtchristen zwar daS active aber nicht das passive Wahlrecht eingeräumt wissen wollte. Auf diese Weise hat er sich, obwohl er durch Talent und Beredsamkeit eines der ausgezeichnetesten Mitglieder der aufgelösten Kammer war, um das Vertrauen der Wahlmänner, die meistens einen richtigen Takt bewiesen haben/ g?h?acht, S?m Durchfallen ksnn zugleich als eine Niederlage der Regierung, die ihn als eine ihrer kräftigsten Stützen in der Kammer gerne wieder gesehen hätte, und darum auch indirekt sehr eifrig für ihn werben ließ, angesehen werden. G—n. AUS Preußen. Ter Gedanke alljährlicher Nabbiner-Conferenzen verdient die innigste Theilnahme und Anerkennung. In einer von den schroffsten religiösen Gegensätzen erregten Zeit ist die Annäherung gleichstredenber Berufsgenossen eine nicht genug zu würdigende Erscheinung. Es wird dadurch das Ziel des Strebens klarer und deutlicher erkannt, wenn die vielseitigen Ersahrungen, die den mannigfachen Gemeindezuständen entnommen, gegenseitig mitgetheilt werden. TaS Bewußtsein, in dem erhabenen Ziele der Läuterung Israels nicht vereinzelt dazustehen, sondern in den Herzen und Empfindungen -dler Amtsgenossen das Echo seiner eigenen Bestrebungen zu finden, ist ein höchst wohlthuendeS. und vermag die Strebekraft aufrecht zu erhalte», und ihr selbst auch da einen höheren Aufschwung zu geben, wo sie durch Widerstand bereits gesunken und ermattet ist. Möge die Sache der Reform, der so viele edle Kräfte ihre Theilnahme zugewendet haben, in Israel immer mehr Boden gewinnen, und auf diesem Boden die edle Saat der Wahrheit in ihrer lichtvollsten Gestaltung emporblühen. —

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