Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1855)
- Date
- 1855-06-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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in der Heiligen Schrift. 227 Bedeutung und den Gebrauch der Namen Gottes in der Schrift zu ihrer Begründung einzelne Stellen als Belege anführen konnten*), wie aber auch die Kritik für ihre Widerlegung um Gegenbeweise nie verlegen war. Wir sind der Meinung, daß eine ursprüngliche Begriffsverschiedenheit bewußt die verschiedenen Namen GotteS hervorrief, ja sogar, daß diese Begrisssscheidung von den Schriftstellern mitunter bei der Wahl der Namen ins Auge gefaßt wurde; daß aber auch nicht selten die Differenz der ersten Bedeutung nicht festgehalten, sondern die Namen identisch gesetzt wurden. Es liegt in diesem freien gemischten Gebrauch weder eine Nachlässigkeit, noch eine Willkühr, da die meisten Namen Gottes einzelne Attribute oder Eigenschaften Gottes bezeichnen, von denen ein jeder einzelne für den allgemeinen Namen Gottes genommen wurde. Es stellt sich demnach klar heraus, daß jeder Versuch mißlingen müsse, welcher auf den Grund einer festgehaltenen Begriffsverschiedenheit Mischen TN??' und Lvl^ die Annahme einer Urkundenscheidung gänzlich verwirst. Aber eben so sicher vermag die Scheidung der Urkunden uns der Begriffsunterscheidung zwischen den genannten Namen nicht zu überheben. Die Wahl eines gottlichen Namens wurde in der Wirklichkeit nicht immer durch die ihm eigenthümliche Bedeutung entschieden; vielmehr datten auch die Individualität des Schriftstellers und die Anschauung des Zeitalters einen mächtigen Einfluß auf den Gebrauch dieser Namen. Demgemäß dars die Kritik keineswegs, wie das früher geschehen, bei der Urkundenscheidung sich von den verschiedenen Namen Gottes allein leiten lassen, sondern muß auch andere Merkmale der Sprache und Geschichte in'S Auge fassen und denselben ein Entscheidungsrecht einräumen. Ohne jetzt schon die Anzahl der Namen Gottes in der Schrift, worüber keine allgemeine Übereinstimmung unter den Gelehrten herrscht, in Betrachtung zu ziehen, erörtern wir vorerst die einzelnen Namen nach ihrem Inhalte und ihrem Verhältnisse zu einander. Es zerfallen diese Namen in drei Klassen: 1. in vomma proxria, 2. vomwa appellativa und 3. nomina aHeetiva**). *) Man denke nur an die verschiedeneu Auffassungen deS Talmuds Ewald'S, Landauer'S u. A. Wir werden,auf diesen Punkt zurückkommen. — MaimonideS in seinem Mischna-Commentar zu Tract. Schebnolh Abschu. IV. ün« stellt nach dem Talmud zweierlei göttliche Namen auf: l. solche, welche im Allgemeinen Gott substantiell bezeichnen Z^IILV ^^M'v- »ud T solche, welche uul einzelne Attribute Gottes benennen jene kommen Gott eigenthümlich zu, diese werden auch auf