Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1855)
- Date
- 1855-06-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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/ Ueber die Namen Gottes i. d. heil. Schrift. 223 wird*). — Das Aufsuchen der den Eigennamen zu Grunde liegenden Bedeutung liegt nickt bloS im Zntcresse der Philologie, sondern hat auch Werth für Theologie und Geschichte, Philosophie uud Mythologie. Versuche, den Entstehungsgrund eincS Namen« nachträglich in der Wortbedeutung aufzufinden, begegnen wir hie und da in der Sibel. sehr oft in dem Talmud und Midrasch, wiewohl in letzteren Werken meist mehr freie Anspielungen gemacht, als einfache Erklärungen gegeben sind. Unsere Untersuchung wird sich auf dem Bovcn der Bibel bewegen. Bei der Namensertheilung einer Person oder Sache finden wir nicht selten die Ursache der Benennung angegeben; wo diese Angabe fehlt, laßt sich in vielen Fällen der Entstehungsgrund ^-nsch-eutdecken.^I^Ätkgt^ verdanken- Dinge wie Personen die Wahl ihrer Namen bald einem subjectiven Gefühle. Gedanken oder Wunsche des Namengebers, bald einem objeetiven, geschichtlichen oder erlebten Ereignisse. In den Fallen, ein persönlicher Beweggrund den Namen schuf, ist der Grund großentheilS angeführt; ist eS unterblieben, so kann eS der spateren Forschung kaum gelingen, denselben aufzufinden. In den Fällen hingegen, in welchen ein tatsächliches Motiv bei der Namens- ^ezeichz-ung obwaltet, vermag meist die Wissenschaft aus Geschichte und Sprache die Bedeutung und damit die Ursache des Namens zu ergründen. — So erinnert, um nur einige Beispiele anzuführen, der Name Abel oder Hebe! an die Nichtigkeit l^y) des leiblichen LebenS, weil Hebel der erste Mensch war, welcher, und noch überdies gewaltsam durch menschliche Hand, gestorben ist. Das Land Nod, woselbst Kain sich niederließ, erhielt feine Benennung von der Unstätigkeit und Verbannung Kain's l7-V7!71 NN Der Name L o t's (von Vl^7 verhüllen) weist auf dessen Ruhmlosigkeit, odseuritatem xeveriZ, hin; in Bileam's Namen liegt die Andeutung auf den Beruf eines *) »3» de» ältesten Zeiten warte sowohl den Knaben als den Mädchen, wie noch jetzt bei den Arabern, sogleich nach der Geburt..... ein Name beigelegt, welcher bei den Orientalen noch jetzt wie vor Alters, immer eine Bedeutusz haben muß. Niebuhr wurde auf seinen Reisen allenthalben gefragt, was der den Morgenlandern fremd klingende Name Niebuhr bedeute, «r5 man konnte kaum glaub,», daß ein Name nichts bedeuten sollte; daher endlich Niebuhr dcS ewigen Fragens müde, sich den orientalischen Namen Abdava beilegte." Zohn, Bibl. Archäologie. 2. Auflage. Theil I, Band II. 5-!89. —