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Der israelitische Volkslehrer · 1855-06-01 · Heft 6 (Juni 1855) · page 24

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 6 (Juni 1855)
Date
1855-06-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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reSp. die Stellung des DorbeterS. 22! Götzendienste sich selbst gestellt hatten, noch nothwendlgen Opfer dem Herrn dargebracht wurden. Beim Gebete tritt daher auch im Tempel der Zsraelite selbstständig auf. wie die wenigen Formeln beweisen, welche bei den Erstlingen und dem Zehenten (Deut. 26, 5—9. 13—15) verzeichnet sind. Segnend aber war der Priester kein Repräsentant der Gemeinde, sondern wieder nur Bote, Beauftragter, aber von GottlN^X'N^O Uebrigens, auch zugegeben, es liege in Priesterthum und OpferrituS eine Art von Mittlerschaft, so haben wir bereits erwähnt, daß diese Institution — als Mittel (N"2P Israel vom Götzendienste abzuhalten — eine Trübung der ursprunglich reinen Idee (NNVdN der Gottesverehrung gewesen sei. (Vergl. Maim. im »lore III. 32.) Für uns sind erbliches Priesterthum und blutiger Opferdienst längst überwundene Standpunkte, zu denen wir nie wieder zurückkehren wollen. Zugegeben daher auch, die Talmudisten hatten den -.Sekl-sek .--ls eine Art von »Toden" betrachtet — was durchaus nicht der Fall ist — so hätte auch dieses nur von ihrem Standpunkte aus, die sie der Tempelzeit noch so nahe waren, geschehen kön« neu, indem sie auch das Gebet nur als einen stellvertretenden Ersatz der Opfer (^'QN V1?O2) betrachteten. Wir, die wir das Gebet für eine weit höhere Manifestation des gottverehrenden Geistes halten, als die blutigen Opfer, wir wollen nichts von erblichem Priesterthum, Opferwerk, Mittlerschaft und Allem wissen, waS damit zusammenhängt. Ja, und wäre es noch so klar erwiesen, daß unser RituS (N^LTI Wie unser Freund eS darstellt, der Idee der „Stellvertretung" seineu Ursprung verdankt, wir würden von unserem Standpunkte aus der Selbstständigkeit deS Gebetes und der Betenden um so entschiedener das Wort reden. — Alle Achtung vor den »Llol-bo;^ aber unsere Anschauung, welche der ursprünglichen eines allgemeinen PriesterthumS entspricht, ist nicht darin zu finden. — Wir können daher nicht umhin, bei unserem warnenden Zurufe (V'V2!1 zu verharren, und wiederholt unser Erstaunen auszudrücken, wie mau durch Bezeichnung des Dorbeters als eines Mittlers auf ausgelebte Anschauungsweisen zurückkommen könne. Von unserem Freunde, als einem dienstthuenden Priester im Geistestempel der Neuzeit, hat uns dieses ganz besonders verwundert. " L. S.

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