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Der israelitische Volkslehrer · 1855-05-01 · Heft 5 (Mai 1855) · page 34

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 5 (Mai 1855)
Date
1855-05-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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Raudfchatü war er eine Reihe von Zähre» Seeretair eines KünSBerein» sud HsuvLmann m ^er Bürgergarde, auch zeinveitig Mitglied z» verschiedene» Zwecken gewählter Komitss gewesen. Me diese Functionen versah er mit Gewiss senhaftigteit und Pünktlichkeit zur größten Zufriedenheit der vorgesetzten Behörden, seiner Kollegen wie aller die mit ihn» in Berührung kamen. Ganz bksonderS hervorgehoben zu werden verdient aber die Freundlichkeit und Zuvorkommenheit selbst gegen die große Zahl von Bittenden jeder Art, von welchen er sich fortwährend umgeben sah und welche« er nicht nur mit Rath und That beizukehen bereit war, sondern auch meistens mit solcher zarten Schonung und Rücksicht, daß dem Ginsende? jetzt Fälle mitgetheilt werden, welche wahrhaft rührend sind und unverkennbar darthun. wie er als Wohlthater möglichst ungekaunt zu wirken sich bestrebte. Der Grundzug seines edlen i§haracterS war überhaupt eine seltene Bescheidenheit und Ganftmuth. Selten, man kann sagen niemals, verließ ihn die Geduld, selbst bei der unablässigsten Zudringlichkeit. Sein Interesse sür geistige Bildung und Förderung derselben unter den Glaubensgenossen gab sich besonder» in der Vorliebe kund, mit welcher derselbe sowohl für die hiesigen Schulanflalten sich intresstrte, als auch den Lehreren in der Provinz wohlwollend und hilfreich sich zeigte. Und wie er sich im Leben durch Menschenfreundlichkeit und sanftes Mitleid auszeichnete, so hat er auch diese Gesinnung dnrch eineTbat beurkundet, welche sein Andenken bleibend auch bei den spätesten Geschlechtern erhalten wird. Außer vielen andern Legaten hat nämlich der Verstorbene 20.000 Thaler zur Errichtung eines Waisenhauses für israelitische Knaben und Madchen an hiesigem Platze bestimmt, mit dessen Ausführung er seine Verwandten beauftragt hat. Die Bestattung seiner irdischen Ueberreste war so ehrenhaft wie rührend. Dem Sarge folgten, nach den Leidtragenden, die Kinder der hiengen israelitischen Elementarschule, sowie die Zöglinge der SchulkehrerbildungS, Anstalt, geführt von ihren Lehrern und darauf ein unübersehbarer Zug von Gemeinde-Mitgliedern, an deren Spitze die Mitglieder des VorsteheramteS und des Gemeittdsvorstandes, und vielen Einwohnern ans allen GesellschastSclassen. Auf dem Gottesacker angelangt wurde der Kondukt mit Choralgesang empfangen, der sich beim Hineinsenken deS Sarges in die Gruft wiederholte. Vorher wurde von unserm würdigen Herrn Landrabbinen vr. Adler, einem persönlichen Freunde des Verblichenen, ergreifende Worte der Trauer »nd de» Troges an die zahlreich Versammelten gerichtet. Nach der vom Redner augefleiikr« r-ttaiösen Betrachtung knüpfte derselbe an Kap: 15 der Psalmen an. um dem Dahingeschiedenen den ihm gebührenden Nachruf zu widmen. Fast kein Äuge blieb trocken, und die Ueberzeugung des große» Verlustes, w»lche» die Gemeinde erlitten, kann nur durch die Hoffnung gemilte t werde», daß das Leben des Verklärten manchem bisher theilnamlosen Menschen zvm Beispiele gereichen möge. Sanft ruhe die Asche dieses wahrhaft braven Mannes! — KS

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