Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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196 Rundschau. »uk als Rabbiner und Prediger, unter sehr günstigen Bedingungen, nach Baltimore erhalten und angenommen hat. Zu gleicher Zeit war derselbe in gleicher Eigenschaft nach Philadelphia gewählt worden, entschied sich jedoch auS verschiedenen Gründen für die erkere Stelle. — Wir begrüßen, im Interesse der Wissenschaft wie des praktischreligiösen Lebens, diese Nachricht mit doppelter Freude, und bestätigt uuS dlrsriöe in unseir«. oft ausgesprochenen Hoffnung, daß unter der Aegide der amerikanischen Freiheit das Zsdeuthum einen neuen Aufschwung nehmen und jene gedeihliche Ent.vickeluug finden werde, welche diesseits des OceanS auf so viele staatlichen wie kommunalen Hindernisse stößt. Wir leben der sicheren Zuversicht, daß Einhorn, im Vereine mit gleichstrebenden Männern, wie vr. Wise n. a.. in die jüdischreligiösen Zustände Nordamerikas neues Leben au^. solidem Grunde werde bringen helfen, und wünschen wir der Gemeinde zu Baltimore zu dieser Acquisition von Herzen Glück, wobei wir nur schmerzlich bedauern, eine so gediegene Kraft dem deutschen Rabbinerthnme entzogen zu sehen. Doch Wandern ist die Aufgabe Israels, wie seiner Lehrer, von jeher gewesen, und alles Licht geht von Osten nach Westen. — AuS Kassel. (Nekrolog.) Am t. v.Monats starb hier der Vanauzer Philipp Felde! am Nervenfieber im noch nicht vollendetem b2. Lebensjahre. Sein Leben ist um so mehr der öffentlichen anerkennenden Erwähnung Werth, als es von einer Menschenliebe und einem unausgesetzten Bestreben, der Allgemeinheit sowohl, wie den Einzelnen nützlich zu werden, Aeugniß ablegte, wie sie in unseren Tagen immer seltener zu werden scheinen. Einer der angesehensten und wohlhabendsten Familien angehörend, war seine Erziehung eine sorgfaltige und seiner künftigen Stellung angemessene. Bei den Grundsätzen der Moralität und Sittlichkeit war sein Geist vielseitig gebildet und nächst seiner GeschästSchätigkeit auch auf Kunst und Wissenschaft gerichtet. Dadurch nahm derselbe frühzeitig schon Juteresse an Allem, was schön und gut ist, und trachtete nach seiner Fortbildung und Veredelung sowohl hier am Orte, als auf mehreren unternommenen Reisen. Bon dem rechtlichsten Character und den mildesten Sitten, war er ein liebender An, verwandter, braver Bürger des Staats, vor allem aber ein treuer Anbänger der jüdischen Religion. Dem maßigen Fortschritt zuzechan. nahm er lebhafte» Antheil für alle jüdischen Jntressen im engsten und wettrüen Kreise, und Vielfach hat er in dieser Beziehung sich verdient gemacht. Bor Allem aber war eS sein Wohlthätigteitssinn und die Bereitwilligkeit pelsönlich wirtsam zu sein, was ihn auszeichnete. Mit seinem 25. Lebensjahr wurde er schon zum Secretair der hier bestehenden israelitischen Humanitäts-Gesellschaft gewählt, als welcher er über 23 Jahre mit unermüdlichem Eifer die Förderung des Handwerkes unter den Israeliten Kurhessens sich angelegen sei» ließ. Im Jahre!8w übernahm er das Amt eines israelitischen KreiSvorfteherS deck hiesigen Kreises, und trat bald nachher als Mitglied in das Proviuzialvorsteheramt und in den israelitischen Schulvorstaud ein. Nebenher