Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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L88 Bericht über das neue Gebetbuch gehört haben, durch irgend konfessionelle Formen sich zu unterscheiden, wahrend sie in allen staatlichen Beziehungen bestrebt sind «nd sein sollen, sich in die allgemeinen Völkerverbältnisse einzuleben, müssen sie in dem eigenen Gotteshause wieder zu der Überzeugung gebracht werden, daß Zsrael gerade darin seine desondere Mission habe, daß es die allgemeinen, die allverbindenden Wahrheiten der Religion, deren lauteres Wesen zum Durch« dringen in der Menschheit noch Zabrtausenve nötbiz haben wird, auf seinem eigenen Gebiete, für sich und für die Menschheit, rein und ungetrübt erhalte. Es müssen daher die neuen Bestandtheile des Gottesdienstes, welche darauf berechnet sind, die dem confessionellen Leben Entfremdeten uns wieder zuzuführen, Beides, das allgemein Menschliche und das besonders Jüdische, in inniger Durchdringung zur Anschauung und Empfindung bringen. Der Gottesdienst muß bieten: N1'25V2 IM 'MSN „goldene Aepfel in silbernen Schaakens aus der Werkstatt nämlich des jüdischreligiösen Lebens müssen als silberne Schaaken die geeigneten Formen hervorgehen, worin die goldenen Aepfel, nämlich das Wesen des allgemein Menschlichen und Göttlichen, den Unsrigen dargereicht werden sollen. Wenn uns-dieses gelingt, dann dürfen wir hoffen, dasjenige zu erreichen, woran uns im Interesse des zu befestigenden Religions- und Gemeindelebens so außerordentlich viel gelegen sein muß, nämlich den Unsrigen, um des Wesens willen, auch die Form, die allzu gering erachtete, wieder lieb zu machen. Denn es ist mit den Formen, worin der religiöse Geist seine Wohnung nimmt, gerade so beschaffen, wie mit unserer eigenen Wohnung. Wie in das Haus, in seine Gerüche und sonstige Äußerlichkeiten, allmälig innige gemütbliche Beziehungen sich hineinleben, so daß von der Familienliebe ein Theil auf das HauS über-, und von diesem wieder auf die Familie zurückströmt, ebenso gibt auch die Anhänglichkeit für den inneren Sehalt der Religion einen Theil ihrer Anziehungskraft an die Süßere Form ab, um solchen zur Vermehrung ihrer eigenen Intensität von jener wieder zurückzuempfangen. Sowie nun bei unseren Voreltern das Gotteshaus der eigenen Wohnung entsprach, beide in düsteren Formen dennoch die Innigkeit bewahrten, so