Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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!S6 Btttch! über das »tut Gebetbuch Slschgültigkeit gegen alle Religion überhaupt, sondern die Iadifferenz gegen jede Süßere Bethütigung des gemeinsam confessionelle^ ReligionS- und Gemeindelebens verstehen — Thür und Thvr geöffnet ist. Denn da der Glaube an Gott und die Liebe deö Nächsten jedem Menschen eingeboren sind, also, weil allgemein menschlich, dem Menschen nicht entrissen werden könnenfo liegt der Gedanke sehr nahe, eS sei für dieselben jeder religiöse Eifer, jede gemeinsame Kundgebung unnöthig; denn ihre Erhaltung ist ja verbürgt durch die Menschennatur selbst. — Wir müssen diese Ansicht um so mehr bekämpfen, je mehr sie einett Schein der Wahrheit für sich hat. Der Indifferente gibt also in diesem Falle zu seiner Selbstbeschönigung an, er fei bis zum Jndifferenzirpuukte vorangedrungen, bis dorthin, wo dai eonftssionell Absondernde in das allgemein menschlich Verbindende einmündck, er sei daher zum Gleichgewichte, zur Ruhe tzelairgt, und dürfe, ja müsse sich dem Kampfe entziehen. Hierin aber liegt die Selbsttäuschung, zur Gefahr für die Gesammtheit wie für ihn selber. Wir leben nun einmal auf einem Planeten, wo alleö Wahre und Gute nur durch Kampf zum Ziele geführt wird; und Niemand kann sich auf religiös-sittlichem oder auf physischem Gebiete thatloser Ruhe hingeben, ohne dort an feinen pshchifchen, hier an seinem physischen Gesundheitszustande Schaden zu leiden. Rings um uns her nun wird auf religiösem Gebiete gekämpft^und zwar am heftigsten gerade um jene untergeordneten Merkmale, durch welche das ewig Göttliche auf dem Felde de? confesstonellen Lebens zur wechselnden Erscheinung gelangt. Meint nun der Indifferente, daS Höhere und Höchste, die erhabensten Und reinsten Religionswahrheiten, tragen ihre Bürgschaft in fich selbst, bedürfen daher keiner Annehmer, keiner Fahne, u» welche Gleichgesinnte sich schaaren, so werden gerade jene erhabensten Punkte den Blicken der Menschen mehr und mehr entrückt, ukd der Kampfplatz bleibt den Formgläubigen überlassen. Auf diese Weift macht der Indifferente sich einer schweren Pflicht- Ärnachlassiguttg gegen die Geftmmtheit schuldig, indem Tr sich alter Semeinsamkeit auf religiösem Gebiete entfremdet und dadurch dek höchsten Wahrheiten Stütze und Vertretung entzieht. Gilt