Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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für die neue Hauptsynagoge zu Frankfurt a. M. 585 sprechung einer nicht minder wichtigen Fraction in der Gemeinde über, bei welcher eö unS, nicht wie bei der vorhergenannten, darum zu thun sein kann, die noch vorhandenen religiösen Elemente zu nähren und zu kräftigen, sondern solche auf's Neue wieder zu wecken und hervorzurufen. Es sind dies: 3. Die von allen religiösen Formen Losgetrennten. Die Angehörigen dieser Fraction spalten sich wieder in zwei Theile. Ein Theil nämlich ist in der Abwerfung des Ueberkommenen bis zur Negation der Religion im engsten Sinne voran, oder im eigentlichsten Sinne zurückgeschritten. Sie gehören nur noch dem Namen nach dem israelitischen Religionsverbande an, und daß sie denselben nicht verlasse«, geschieht nicht aus Anhänglichkeit für den Glauben, sondern aus Unglauben an irgend etwas, was dem höheren, übersinnlichen Gebiete angehört. Diese stehen demnach natürlich außer dem Bereiche unseres zu schaffenden Werkes; da jedoch der krasse Unglaube nie lange in der Menschheit andauert, so ist sicher zu hoffen, daß sie selbst oder ihre Kinder, wenn einmal eine bessere Form des Gottesdienstes hingestellt ist, sich von ihrem Zrrthume ab- und der Synagoge wieder zukehren werden. Auch ist gottlob die Zahl solcher Ungläubigen und Nihilisten nicht groß. In den meisten Familien, bei denen eine völlige LoStrennung von den religiösen Formen statt gefunden, ist noch Religion vorhanden, aber in einer Anschauungsweise, welche sich nicht bloS vom bestehenden Judenthume, sondern von aller positiven Religion überhaupt total losgesagt hat. Der Glaube an Gott und die Liebe des Nächsten sind die erschöpfenden Momente der Religion für ungemein Viele, welche sich noch zu dem Namen Israel bekennen. Wenn nun gleich jene beiden hochheiligen Lehrbegriffe, der erste den Grund aller Theorie und der zweite den Grund aller PrariS auf religiösem Gebiete enthalten, so ist doch nichts natürlicher, als daß, durch Beschränkung des religiösen LebenS auf diese beiden allgemeinen Sätze, bei gar Vielen dem JndifferentiSmuS — worunter wir hier, im besseren Sinne, nicht die