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Der israelitische Volkslehrer · 1855-05-01 · Heft 5 (Mai 1855) · page 21

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 5 (Mai 1855)
Date
1855-05-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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ist Bericht über da« neue Gebetbuch hebräischen und deutschen Theile in anderer Weise Fürsorge zu treffen, und werden wir auf diesen Gegenstand in unseren weiter unten folgenden Vorschlägen zurückkommen. . - Da nun in diesem Theile der Religionsgemeinde noch eine reiche Quelle von angestammt religiösem Leben zu finden ist, so ^mlß^^r^nHau desselben uns noch in einer anderen wichtigen Beziehung angelegen sein, und zwar in folgender. Wenn nämlich unsere betreffenden Brüder in Beziehung der Liturgie der älteren Ausdrucksweise noch sehr anhänglich sind, so ist dieses, wie wir bereit? angedeutet, in ihrer sonstigen Lebensweise weniger der Fall. Deßhalb ist aus ihren Häusern fast in demselben Maße wie aus den Wohnungen Derer, welche gegen das Zudenthum völlig erkaltet, das Gebet, der häusliche Gottesdienst ^emahe^ gänzlich verschwunden. Das aber ist ein überaus wichtiges Feld, auf dessen Anbau das neue Gebetbuch, und zwar in deutschen Gebeten, ganz vorzüglich berechnet sein muß. Zn Freud und Leid, wann das volle Herz vor seinem Schöpfer sich ergießen will, steht der Zsraelite, steht die Israelitin der Neuzeit ganz rathlos da. Unsere in Rede stehenden Glaubensgenossen, namentlich die Frauen und Mütter, fühlen daher auch tief-di^—durch Verlaffung des alten Flußbettes unserer Religion entstandene Dürre und Leere in ihren Häusern, und dadurch in ihren eigenen Gemüthern und vorzüglich in denen ihrer Kinder. Die alte Form der häuslichen Andacht genügte nicht mehr, sie wurde vernachlässigt und mit ihr die häusliche Andacht selbst. Gelingt es uns, durch unsere neue Schöpfung neues religiöses Leben, frische religiöse Weihe in die Familie zu bringen, so haben wir schon dadurch für die Befestigung der Religion, und in ihr für die Kräftigung unseres Semeindelebens ein Bedeutendes geleistet. Denn es steht sicher zu erwarten, daß wenn einmal eine geeignete zeitgemäße Form für die Andacht wird hingestellt sein, solche nicht nur von Denen wird freudig ergriffen werden, deren Gemüth noch von Eindrücken des altjüdischen Religionslebens erfüllt ist, sondern auch von Denen, welche, wenn auch selbst gegen dasselbe erkaltet, doch für ihre Kinder bald das Bedürfniß einer anregenden Religionsübung warm und lebhaft fühlen müssen. — Wir gehen daher nun zur Be-

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