Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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für die »ene Hauptftuagsge pt Krankfurt a. M. 18S man etwa Posaunen an die Stelle oder zur Begleitung des HörneS setzen könnte, wie letzteres in der That nach talmudischen Be^ richten ehedem der Fall war, gewiß viele Angehörigen der in Rede stehenden Fraction so vor den Kopf stoßen, daß sie in Antastung der Schofar-Ceremonie eine Antastung der gotzteSdienstlichea Neujahrsfeier selbst erkennen und daher solcher entweder mit Beängstigung, oder wohl gar nicht beiwohnen wurden*). Überhaupt ist es die gottesdienstliche Begehung der höchsten Feiertage, in Betreff deren das religiöse Gemüth der GlaubenSbrüder ungemein schwierig und leicht verwundbar erscheint. Da nämlich in diesen Tagen die Reminiscenzeu aus der Zugend am kräftigsten erwachen, da in ihnen die Seele ihre WiederarzSsöhnung mit deyr Gotte der Väter anstrebt, so ist es sehr naturlich, daß dabei die überlieferte Form, worein jene dem Menschen tief eingeborene VersZhnungSbedürftigkeit ihre heiligsten Empfindungen ergoß, sehr schwer in die Wagschaale fällt. Da nun aber daS Gehetbuch, in konsequenter Weise durchgeführt, sich in seinem Charakter nicht für Neujahr- und Versöhnungstag als ein anderes erweisen soll, so muß der bezeichttete Gesichtspunkt bei Abfassung der Liturgie überhaupt im Auge behalten werden. So z. B. möchte eS vielleicht für die gewöhnlichen Sabbathe und Feste weniger Widerspruch erregen, wenn etwa das Schacharith hebräisch veibehalten, und das Musaf zu einem rein deutschen Gottesdienste umgeschaffen würde. Da aber der überwiegend. größere Theil der Synagogenbesucher sich am Neujahr und Derföhnungstage das hebräische Musaf, worin die feierlichsten Momente des herkömmlichen CultuS vorkdmmen^ um keinen Preis nehmen ließe, so würde eS höchst sonderbar erscheinen, wenn das Gebetbuch für die Feiertage des ganzen Jahres ein deutsches, oder nach der älteren Anschauung gar kein Musaf. für Neujahr und Versöhnungstaz aber ein solches in herkömmlich hebräischer Form enthielte. ES ist daher für die Herstellung des rechten Verhältnisses zwischen dem . *) Wie vuS »erkch-rt wird, soll diese Ceremome z« Cobleoz ia erbauucher Weise geordnet sein, unv müssen wir zeveafallS das Nähere hierüber uns kommen lassen; denn die Sache ist, zur würdigen Begehung des Ne«- jahres, ,oa der größten Wichtigkeit. — 14*