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Der israelitische Volkslehrer · 1855-05-01 · Heft 5 (Mai 1855) · page 19

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 5 (Mai 1855)
Date
1855-05-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Bericht über daS »eue SeVetiuch dwrch Erhaltung, als durch Abstellung der herkömmlichen Liturgie. Wahrend sie im Leben beseitigen, was sie hindert, so hindert sie in der Synagoge, wäS man beseitigt. Es ist dieß freilich eine Schwäche, allein sie beruhet auf Pietät, und muß deßhalb, schon aus dem Grunde, weil daS religiöse Semüth den Erörterungen deS Verstandes schwer zugänglich ist, berücksichtigt werden. Wohl gibt eS unter den zahlreichen Angehörigen dieser Partei so manche achtbare Männer, welche den löblichen Grundsatz aufstellen, man müsse von Dem, was uns, den im Leben Vorgeschrittenen, durch Gewohnheit lieb geworden und worein sich die heiligen Eindrücke unserer Kindheit geprägt, freiwillig lassen, ja, wenn auch mit innerem Widerstreben, gewaltsam sich losreißen, um der Kinder willen, denen doch daS Alte ein für allemal unwiederbringlich verloren sei. Allem abgesehen davon, daß die Anzahl der zu ssichen Opfern Bereitwilligen im Ganzen nicht sehr groß ist, fragt es sich überhaupt, ob die Synagoge, deren Reichthum in der Fülle des religiösen Lebens ihrer Angehörigen besteht, jenes Opfer annehmen dürfe. Da nämlich das religiöse Gefühl in die überkommene Form sich hineinlebt und aufs Innigste mit ihr verbunden ist, so geht unstreitig eine Fülle edleren Inhalts unter, und für die Synagoge unrettbar verloren, wenn die alte Form unvorsichtig zerbrochen, oder gar gänzlich beseitigt wird. Da zeigt sich nun als unumgänglich nothwendig eine Uebergangsform, in deren Kanälen sich das Alte zum Neuen verkläre, und muß in Berücksichtigung aller Derer, welche im Cultus zwar eine Bessergestaltung deS Ueberkommenen, aber nicht Aufstellung von etwas ganz Neuem wünschen, der hebräische Theil sowie das Rituale überhaupt mit schonendster Rücksicht behandelt werden. ES wird demnach unter den gegenwärtige« Verhältnissen seine Schwierigkeiten haben, in dem hebräischen Gottesdienste eine der herkömmlichen Ceremonien zu beseitigen. So z. D. ist das Blasen auf dem Hörne am NeujahrStaze in seiner jetzigen Gestalt gar wenig geeignet, den höheren Ansprüchen eines zeitgemäß geordneten CultuS Genüge zu thun; dennoch wurde ohne Zweifel die gänzliche Beseitigung dieses Rita^ oder nur eine durchgreifende Umgestaltung desselben, so daß

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