Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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für die neue HauM 131 Wir können die hier einschlägige Besprechung des betreffenden GemeindetheilS nicht verlassen, ohne nochmals auf das Breslau er Gebetbuch zurückzukommen^. Denn die Gemeinde Breslau befindet sich in einer ähnlichen Lage, wie die unsrige. Auch dort ist der Riß bis zur völligen Trennung gediehen, welche durch daS Wirken zweier in ihrer Richtung ganz verschiedener Rabbiner ihren Ausdruck findet. Wenn man daher in dem dortigen Gebetbuche an dem hebräischen Theile, so weit eS nicht das Princip dringend gebot, wenig geändert hat, so geschah es gewiß in der löblichen Rücksicht, um nicht Gemeindemitglieder und Syna-. gogenbesucher gewaltsam in das gegnerische Lager zu drängen. Der Fehler des Breslauer Gebetbuchs besteht nur darin, daß in demselben durch den Mangel an deutschen Gebeten der fortgeschrittenen Richtung zu wenig Ausdruck gegeben ist; für uns daher, die wir in dem deutschen Theile diesem Bedürfniß einen breiten Raum eingeben wollen, ist jene Rückstchtsnahme auf die dem hebräischen Gebete Anhänglichen um so dringendere Pflicht. Wir dürfen aber die Anhänger des hebräischen Gebetes nicht blos unter den Altgläubigen suchen, sondern sie sind in großer Anzahl auch unter denen zu finden, welche sonst in ihrer Gesin-" nung und Lebensweise von den Ideen der Neuzeit durchdrungen sind. Es sind dieß: 2. Die Angehörigen der Mittelpartei. Zu dieser Partei zählt die überwiegende Mehrheit des deutschen Israel, und verdient dieselbe daher auch in unserer Gemeinde eine vorzügliche Berück.lchtigung. So wie nämlich daS herangewachsene Geschlecht den natürlichen Uebergang bildet von den Eltern, welche der Vergangenheit, zu den Kindern, welche der Zukunft angehören, so wurzelt jene Mittelpartei mit ihren frommen Gefühlen und heiligen Reminiscenzen in der Vergangenheit, während sie mit ihren Anschauungen und Begriffen in die Zukunft hinein ragt. Erzogen von altfrommen Vätern und Müttern, heimelt sie das ältere ReligionSwesen namentlich im öffentlichen Gottesdienste sehr au, und man erwirbt sich bei ihnen gewiß ein größeres Verdienst V__ 14