Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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18« Bericht über das neue Gebetbuch jener Klasse von Synagogenbesuchern Zei Einrichtung deS hebräischen TheileS, soweit es thunlich ist, Rechnung getragen und der Besuch des Gotteshauses ermöglicht werde. Wir möchten daher den Vorschlag machen, daß bei manchen Stellen, welche für den hiesigen Ritus nach erforderlicher Konsequenz eine Abänderung erheischen, neben der verbesserten Form, über welcher sich die Aufschrift „Frankfurter Ritus" befinden kann, die frühere Fassung nebenan mit anfzefphrt werde, um auf diese Weise das Gewissen keines Betenden zu verletzen, das Gebetbuch möglichst Vielen zugänglich zu machen, ganz besonders aber dessen Einführung auch in solchen Gemeinden zu .ermöglichen, in denen eine so scharfe Trennung wie allhier noch nicht eingetreten, und wo es schon als ein erfreulicher Forlschritt betrachtet werden muß, wenn sie, unter Beibehaltung mehrerer alten Formeln, sich unser Gebetbuch und mit ihm den deutschen Theil desselben gleichmäßig aneignen können. — Zu den Mitgliedern der älteren Richtung in der eigenen Gemeinde zurückkehrend, muß hier noch auf einen wichtigen Umstand aufmerksam gemacht werden. Das Bedürfnis nach einem zeitgemäß geordneten, namentlich mit deutschen Elementen bereicherten Gottesdienste kann natürlich bei diesem Theile der Gemeinde nicht vorwaltend sein, obgleich auch bei ihm die Zahl Terer nicht klein ist, denen die Verwahrlosung und der Mangel jeder äußern Ordnung und würdigen Haltung beim Gottesdienste zur drückenden Last geworden ist. Jedenfalls aber ist die bessere Gesinnung schon so weit gediehen, daß die deutsche Predigt, früher als unjüdisch ('127! N'.^ll) verworfen, von den Meisten gerne und mii Andacht vernommen wirv. Wir müssen daher bedacht sein, daß diesem religiösen Bedürfnisse, für welches auch in dem Religionsvereine unserer hiesigen Separatisten gesorgt ist, auch bei uns, selbst im Hinblicke auf Diejenigen Rechnung getragen werde, deren religiöse Anschauung und Gewohnheit sie abhält, sich an unserem hebräischen Gottesdienste zu betheiligen. Es ist daher, und wir werden weiter unten darauf zurückkommen, schon in dieser Rücksicht sehr zu empfehlen, daß in der neuen Liturgie der Predigt eine thunlichst späte Stelle und Stunde eingeräumt werde.