Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht über daS neue Gebetbuch Da» neue Gebetbuch für die israelitische Gemeinde zu Frankfurt am Main. Indem wir nun zu dem eigentlichen Gegenstände unseres Berichtes übergehen, so muß dabei, wie die oben genannte Aufschrift dringend erheischt, vor Allem in's Auge gefaßt werden, daß wir ein Gebetbuch schaffen sollen, nicht für eine besondere Richtung, nicht für eine Partei, sondern ein Gebelbuch für die Gemeinde, ja, wir dürfen es mit Selbstbewußtsein aussprechen, ein Gebetbuch für die Gemeinde zu Frankfurt am Main. Diese Gemeinde war Jahrhunderte hindurch in ihrem religiösen Leben maßgebend für einen ausgebreitettn Umkreis israelitischer Gemeinden, welche auf ihr Vorbild schaueten, wie Töchter auf eine fromme Mutter schauen; man nannte sie auch : „eine Hauptstadt und Mutter in Israel." Sie muß daher, durch Erweckung und Befestigung eines eben so tiefinnizen als reinen Religionswesens, diesen Standpunkt wieder einzunehmen bestrebt sein, und dieß namentlich bei dem wichtigsten Moment reö religiösen Lebens, dem öffentlichen Gottesdienste, im Auge behalten. Wir müssen wieder, so weit es die Rücksicht auf hiesige Loealverhältnisse zuläßt, einen Frankfurter Minhag. d. h. eine derartige Gottesdienstweise begründen, welche für alle reformbestrebten Gemeinden als ein eben so nachahmungcwürdlges, wie nachahmungsfähiges Muster sich erweist. Wir glauben, daß dieses glorreiche Ziel, — welches sich auch die im Noo. v. Z. in Wiesbaden versammelte Rabbin er -Conferenz als daS erste und wichtigste Merkmal ihrer Wirksamkeit erkoren hat. — ein Umstand, auf den wir am Ende unseres Berichtes wieder zurück, kommen werden — bei uns und durch uns unschwer wird;u erreichen sein, wenn wir uns nur erst reckt klar werden gemacht haben, für Wen wir in der eigenen Gemeinde die neue Liturgie zu schaffen haben. Wir haben deßhalb bei diesem bedeutungsvollen Vorhaben die sammtlichen Parteien unparteiisch ins Auge zu fassen, damit uns das religiöse Bedürfniß Aller ungetrübt kund werde. Die verschiedenen Richtunzen, an welche wir bei Schöpfung des neuen Gebetbuches zu denken haben, sind: