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Der israelitische Volkslehrer · 1855-05-01 · Heft 5 (Mai 1855) · page 9

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 5 (Mai 1855)
Date
1855-05-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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!72 Bericht über das ne»e Gebetbuch IV. Die israelitische Gemeinde zu Coblenz. Auch in dieser Gemeinde ist der CultuS — und was besonders anerkannt werden muß, unter der Leitung eines sonst dem Herkömmlichen anhänglichen Rabbiners — in einer Weise geregelt, daß solche alle Parteien in der Gemeinde befriedigt, ja fremde Besucher des Gottesdienstes durch die würdige Haltung deS Ganzen unmittelbar ergreift und zur Anerkennung zwingt. Als besonders löblich hervorzuheben sind folgende Punkte: 1. Beim Sabbath-Morgengotteödienst werden die einleitenden Gebete in stiller Andacht verrichtet und beginnt der feierliche Gottesdienst, unter Gesang und Orgelbegleitunz, mit -koraeku". Diese Einrichtung ist für alle Synagogen, worin die bei einem wohlgeordneten Gottesdienste nahezu unentbehrlich gewordene Trennung*) des Schacharith und Musaf noch nickt eingeführt ist, sehr zu^mpfehlen. Denn ein für allemal muß die Anschauung verbannt werden, als dürfe Ordnung und Haltung beim Gottes- 5) Die Trennung von Schacharith und Musas emrsiehlt sich auch durch den, wenn auch im Ganzen weniger bedeutenden, doch um der Einzelnen willen immer zu erwägenden Umstand, d^ß die Vereinigung beider Theile, reSV. deren gemeinsamer Beginr in einer späteren Morgenstunde gewiß noch diesem und jenem scruvulösen Gemüthe deßbalb zur Belästigung dient, daß man dann fürchtet, die für das Lesen des Wensins, herkömmlich bestimmte Zeit zu übergehen T^^j? ^2? ^IZ? - Wollen wir daher nicht uvnöthiger Weise Anstoß geben, so sollten wir schon deshalb, jedenfalls in der sommerlichen Jahreszeit, eine Trennung jener beiven Theile eintreten lassen. — Eine weitere, bedeutungsvollere Rücksicht aber ist folgende. Selbst von Denen, welche dem hebräischen Gebete anfänglich find, wird, nach der lässigen Weise, die seit Jahrhunderten bei Israeliten üblich ist. das Schacharith größtenteils versäumt, gar oft taS Vorlesen aus der Tora mit. Dies ist ein großer, durch taS vereinzelte Eintreten höchst störender Mißbrauch, dem wir nach Kräften steuern müssen. Ter Gottesdienst muß so gestaltet sein, daß eS dem frommen Tnnagogeudrsucher ermöglicht ist. solchen vom Anfange bis zum Ende in dauernder Andacht mitzudegehen. D,e,eS »st aber be» der langen Dauer desselben, bei der großen Anzahl von Gebeten, eme Sache der Unmöglichkeit. 6s müßte daher eine bedeutende Kürzung derselben eintreten, was wieder bei Vielen Anstoß geben würde. Beginne» wlr aber den HauvtgotteSdienn mit einem einleitenden Psalm und dem felerltchen Herausnehmen der Tora, so wird der S?nagogeubesucher sich gewöhnen, belm Anfange schon gegenwärtig zu sein. Andachr und Würde Verden mtt lhm «ntreten und während des gan;en GotteSdien5eS anwesend " Schacharith enthält sebr erhebende Momente, welche wir mcht gerne ,n den Frühgottesdienst verwiesen sehen. Allein da

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