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Der israelitische Volkslehrer · 1855-05-01 · Heft 5 (Mai 1855) · page 8

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 5 (Mai 1855)
Date
1855-05-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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für die neue Hauptsyuagoge p»-Frankfnrt a. M. z?L chen Gemeinde-Mitglieder solches für sich in stiller Andacht beten. Beim »Schema« und sonstigen bedeutungsvollen Momenten sammelt sich die Gemeinde wieder zum gemeinsamen hebräischen Ausdrucke. Die wenigen hebräischen Gebete, welche demnach noch zum lauten Vortrage kommen, trägt der Rabbiner vor, und die Gemeinde entbehrt, da der Chor sie vertritt, des Vorbeters im gewöhnlichen Sinne gänzlich. Die mittleren Segenssprüche des sogenannten ^sekmone esre^ werden in stiller Andacht gebetet, und ist zu diesem BeHufe, für die des Hebräischen Unkundigen, eine empfehlenswerthe Sammlung von deutschen Gebeten, für die verschiedenen Fälle und Angelegenheiten deS Lebens, beigegeben. Die Tora wird in drei Jahren durchgelesen; gerufen zur Tora wird gar nicht, sondern sieben Männer, den Porleser im Halbkreis umgebend, sprechen die Benediction zusammen, einfür allemal. DaS Musaf ist unverändert beibehalten, d. h. der feierliche Gottesdienst schließt mit dem Schacharithgebete, worauf der überwiegend größere Theil der Anwesenden das Gotteshaus verläßt, und das Musaf von den Anhängern der herkömmlichen Betweise dieser gemäß verrichtet wird. — Männer und Frauen sind, blos durch den dazwischen befindlichen Gang getrennt, in einem und demselben Räume, in dem sogenannten Schiff des Gotteshauses versammelt, eine Einrichtung, welche zu sehr Hegen jüdische Sitte verstößt, um nachgeahmt zu werden, obgleich versichert wird, daß die wahrhaft andächtige Haltung der Frauen beim Gebete zur würdigen Haltung und zur Mehrung deS Anstandes bei der Gesammtgemeinde sehr viel beitrage. Die Aachener Gottesdienstweise ist für die Bedürfnisse der dortigen kleinen Gemeinde berechnet und hat sich daher für dorr als praktisch erwiesen, so daß sowohl die Anhänger deS Herkömmlichen als die des Neueren, davon befriedigt sind. Für größere Gemeinden, in denen der conservative Zheil sich wohl nicht mir stillem Gebete des Hebräischeu begnügen wird, während der Chor deutsch singt, erweist sich solche als unausführbar, so daß aus derselben blos die deutschen Gebete zur stillen Andacht sich als eine Quelle anbieten, woraus wir für unser Gebetbuch in nutzbringender Weise schöpfen können.

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