Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3129675-3129718-3129723--1135-3131746- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
fir tie neue Hauptfynagoge zu Frankfurt a. M. 173 dienste zu Anfange eine andere sein, als bei Fortsetzung und Schlüsse desselben. Die Würde darf niemals fehlen; die Gemeinde hat das Ganze, nicht einen Theil zu venreten. Da aber durch die sogenannten N*M"? ^IVS (biblischen Lobsprüche) der Gottesdienst sehr verlängert wird, so werden gewöhnlich diese einleitenden Gebete mit der eiligsten Nachlässigkeit verrichtet, und kommt eS mir immer vor, als wechsle der Cultus im Gotteshause mit Einem Male seine Aleider, und vertausche das Morgen-Neglig6 deS Schacharith mit dem anschließenden Mittags-Gewände des Musaf. Dieß muß ein Ende nehmen, und ist daher, wenn nicht, was weit vorzuziehen, eine Trennung von Schacharith und Musaf beliebt wird, die Koblenzer Einrichtung sehr zu empfehlen. 2. Das Ausheben der Tora ist von deutschen Gesängen begleitet; die. Benediction über die Tora wird, wie in Aachen, nur einmal gesprochen, doch so, daß je sieben Gemeindemitglieder vor Beginn der Vorlesung auf die Tribüne treten, welche die Benediction zusammen sprechen und dann abwechselnd bei den einzelnen Abschnitten an die Seite des Vorbeters gerufen werden. Auch diese Einrichtung kann an und für sich als eine sehr löbliche bezeichnet werden, da die öftere Wiederholung derselben^Benedictionen sehr störend ist; dock in großen Gemeinden möchte auch diese Neuerung auf viel Widerspruch stoßen. — 3. Ist die Ordnung getroffen, daß die ganze Gemeinde — auch in Koblenz sind Männer unb Frauen in demselben Räume versammelt — sich bei den bezüglichen Teberstellen zu gleicher Zeit erhebt und wieder niederläßt. Es ist dieses in dem Gebetbuche genau angegeben, und wird von allen Gemeindegenossen aufs pünktlichste eingehalten. Wer die nachlässige Haltung so vieler Svnagogenbesucher kennt — und wer kennt sie nicht? — der wird die bezeichnete Einrichtung zu würdigen wissen und notorisch während desselben nur wenige Besucher erscheinen, und dieses, bei der langen Dauer VeS GesammtgotteSdienstes, in Zukunft wohl auch der Fall sein wird — was nützen die erhebenven Momente, ohne Besucher, die sie beherzigen? — Aus diesen Gründen zusammengenommen, hat die Erfahrung bisher schon in so vielen Synagogen ter Neuzeit für die Trennung jener beiden Elemente sich erklärt. —