Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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570 Bericht über das neue Gebetbuch in vielen deutschen Synagogen Nachahmung gefunden; so auch in der unserigen. — Zm Hamburger Tempel beschrankt man dabei die Vorlesung aus der Bibel auf den hebräischen Tora- Abschnitt, während man die Hafiara gänzlich Seftitigte. Daß hierdurch dem Cultus eine semer wirksamsten Elemente entzogen wird, bedarf für Denjenigen, welcher den Segen der deutschen Haftaren durch Vertrautmachen des Volkes mit den herrlichsten Stellen der Schrift kennen gelernt hat, keiner näheren Auseinandersetzung. Obige fünf Momente der Reform — Einführung deutscher Gebete, Orzelbegleitung, Ausscheidung der Opfergebete, Ausscheidung der ungeeigneten Piutim,-Kürzung der Toralectionen — sind in unserer Synagoge bereits zur praktischen Geltung gekommen und müssen in dem neuen Gebetbuche nur in ihrer Konsequenz durchgeführt werden. Als ferner aus dem Hamburger-Ritus zu benutzen empfehlen sich einzelne Gesänge aus dem Gesangbuche, einzelne deutsche Gebete für den Versöhnungstag, sowie schöne Melodieen namentlich für den hebräischen Theil, indem solche als einfach und singbar sich erweisen, was wieder besonders von den Recitativen zu rühmen ist. Auch hier hat der Tempel die portugiesische Manier in andachtfördernder Weise benutzt. — Die löbliche Direction des Hamburger Tempels hat in einer sehr freundlichen Zuschrift ihre Bereitwilligkeit erklärt, uns mit Allem förderlich an die Hand zu gehen, worin wir bei der Auferbauung unseres neuen Cultus ihre Hülfe beanspruchen würden. m. Die israelitische Gemeinde zu Aachen. Diese Gemeinde nimmt in der Entschiedenheit des DorangehenS auf dem Wege der Cultus-Reform die dritte Stelle ein. Sie hat aber dabei einen eigenthümlichen Weg eingeschlagen. SS kommen nämlich bei ihrem Ritus, der in einem Gebetbuche von sehr mäßigem Umfange zur Beurtheilung vorliegt, nur sehr wenige hebräische Gebne zum lauten Ausdrucke. Der Inhalt derselben wird in deutschen Gesängen von einem wohleingeübten Eängerchor beiderlei Geschlechts unter Begleitung der Orgel vorgetragen, während dessen die dem hebräischen Gebete anhänzli-