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Der israelitische Volkslehrer · 1855-04-01 · Heft 4 (April 1855) · page 38

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 4 (April 1855)
Date
1855-04-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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Rttudscha». HAH gepredigt wurde, und wo es so gar festlich und erbaulich aussah, weil mau sich da vor der Welt zeigen wollte, war nach wenigen Stunden der alte Tumult wieder da, die alte AndachtSlofigkeit, die gewöhnliche Konversation und Confufion!^- Ihr Herren! gebt uns das ganze Jahr über etwas Erhebendes! Macht eure schönen Predigten nicht zu Raritäten, verbindet, wie bei jener Feier, so immer deutsche Gebete mit hebräischen, macht den schönen, erhebenden Chorgesang heimisch in euern Synagogen, auf daß er nicht btoS zu künstlerischer Beurtheilung, sondern zur Erhebung des GemütheS diene, und wir wotlen's euch danken, nicht mit lobenden und anerkennenden Zeitungsartikeln, sondern mit unsern Herzen. und was wir versäumen, weil wir doch noch Lehrlinge find, das werden unsere Kinder und Enkel einst nachholen, denn sie werden dadurch dem Judenthum erhalten bleiben. — Die Gegenwart ist allerdings sehr undankbar gegen die reformsreundlichen Bestrebungen, und wem der Friede Alles gilt, der läßt eben Alles gehen, wie eS gerade geht. Die Prärogative des „Senikkurs" nehmen nicht nur unsere Stadt-, sondern auch unsere Lavdleute immermehr in Anspruch. Wollte man jedoch aus der Wahl formgläubiger Rabbiner an die Stelleu der abgehenden reformholden den Schluß auf die Antipathie der Gemeinden gegen letztere ziehen, wie Vies bei der Ersetzung zweier unserer tüchtigsten Rabbiner — vr. Aub und De. Adler — oder gänzlicher Einziehung der Stelle, wie zu" Sulzbach der Fall war, so würde man völlig fehl gehen. In Schwabach. Günzenhausen, Dittenheim, Pappenheim und Wassertrüdingen saßen vor Kurzem noch lauter Männer alten Schlags auf dem TI^INN d?O2' fünf Männer, die seiner Zeit alle unter den 77 prangten, und kaum haben sie die Augen geschlossen, so wurden diese Throne Vörden eigenen Getreuen umgestoßen zum Nimmerauferstehen. So bei Erledigung von Rabbinerstellen. WaS aber geschieht ber^Erledignng der Schulstellen? Ein Lehrer ist denn doch ein unentbehrliches Uebel! In einem großen T heile Bayerns geht's also her, und eS machen die Stadtgemeinden im Allgemeinen keine Ausnahme, sondern?.«? einzelne derselben. Nachdem der Stelleertrag auf ein mögliches Minimum reducirt worden, also daß möglichst viele Aemter — ReligionS- und ElemenLarlehrer, Vorsänger, Gemeindeschreiber, Eivilstandsregisterführer, mitunter auch Gemeindediener und der holde Schächter — mit dem möglichst geringen Gehalt cumulirt find, schreitet man nach einer länger» Unterbrechung der Schule zur Ausschreibung der Stelle. Die Au^ denn der Name des Vorstehers muß in den Zeitungen prangen. Die Anforderung, nämlich in und neben den Ausschreiben, sind: ledig muß dec Bewerber sein, und man wird daher angestellte und verehelichte Lehrer höchst selten befördert sehen. Sodann: fromm; d.h. er muß »Aeißig in die Schulet!," gegangen sein. Endlich find Kenntnisse der neueru Sprachen, Mufik, Zeichnen auch noch etwas empfehlend. Die pädagogische, besonders praktische Befähigung wird zu allerletzt berücksichtigt. GefinnungStüchtigkeit, Offenheit und Geradheit des Charakters, das find LuruSsachen, die einem CultuSvorsteher

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