Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 4 (April 1855)
- Date
- 1855-04-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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,LoiR uwkvck" «te. „Wir sende» dem Unterrichte eine allgemeine Einleitung voran, welche, von der sinnlichen Anschauung ausgehend und anthropologisch verfahrend, im engen Rahmen den ganzen Religionsunterricht umfaßt. In einer weiteren, speciellen Einleitung wird dann, so weit eS der Gegenstand verlangt und der Raum gestattet, eine ReligionSge schichte mitgetheilt, um nicht nur den jugendlichen Geist mit dem nothwendigen Wissen auszurüsten, sondern ganz vorzüglich das jugendliche Gemüth mit jener heiligen Wärme zu entflammen, welche die Geschichte Israels in so reichlicher Strahlenfülle ausströmt. Gleichsam wie die Feste des Jahres mit dem erzählenden Pesach-Vorabende beginnen, also muß der Lehrer vor Allem durch Geschichte das Gemüth des Kindes nicht nur anziehen, sondern begeisternd aufschließen für den hohen Beruf Israels, daß es den Kindern sei, als wäre ihnen selbst Alles begegnet, und sie sich als eingelebte Glieder jener elektrischen Kette fühlen, welche den Strahl der Offenbarung bewegend fortleiten soll bis an's Ende der Tage. Die Bedeutung der verschiedenen Gebiete unseres religiösen Schriftenthums ist dabei gebührend gewürdigt, und ganz besonders dem historischen Begriffe der Tradition Beachtung gezollt worden. Wir fanden letztere bisher in keinem Religionsbuche entsprechend dargestellt, und erkannten es daher als ein um so dringenderes Bedürfniß, dieselbe als das Princip lebendiger, nie stillstehender Fortentwicklung recht klar und anschaulich darzustellen; denn daran, daß die talmudische Epoche weder übernoch unterschätzt werde, muß uns als Jugendlehrern Alles gelegen sein? wenn wir wünschen, daß unsere Kinder beiden Ertremen gleich ferne bleiben sollen. — Wir waren daher bestrebt, der Bibel überall den obersten Platz zu sichern, dabei aber, hier wie im ganzen Buche, dem Talmud und namentlich seinem ethischen Theile. durch reichliche Mittheilungen und Citate besonders aus dem Schatze der ^xada, Würdigung und Anerkennung zu zollen. — Auf dem Standpunkte der Neuzeit stehend, müssen wir doch stets eingedenk bleiben, daß wir ins Bodenlose sinken würden, wenn wir uns die Unterlagen unserer religiösen Vergangenheit unter den Füßen wegziehen ließen. — Diese Anschauung durchwehet daS ganze vorliegende Religionsbuch. — Der eigentliche Unterricht zerfällt dann naturgemäß in zwei Theile: 1. Lehre (Lora) und 2. Gebot (öli-na). Bei der Lehre haben wir es absichtlich vermieden, dieselbe nach „Glaubensartikeln" (Ikkanm) zu erörtern. Daß die dreizehn des Maimonides nicht sämmtlich „Wurzeln" tNNN 'VNVl, sondern zum großen Theile schon „Zweige" (ll'SV) am Glaubensbaume seien,