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Der israelitische Volkslehrer · 1855-04-01 · Heft 4 (April 1855) · page 22

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 4 (April 1855)
Date
1855-04-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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über »aS RaKren. 14» phabeth dieses großen Sündenbekenntnisses daS Rasiren nicht speziell erwähnt fand/ so dachte ich, es müsse also kein Vergehen ^ein. Ich kann mich aber bei all dem noch nicht ganz beruhigen, und möcht' ich wissen, worauf die Meinung, daß das Rasiren vom jüdischen Gesetz verboten sei, sich eigentlich gründe. R. 3n der Thora l3. B. Mos. 19, 27.) Seht geschrieben: "pp! N«S NX N'N?M Diese Worte übersetzt Luther: „Ihr sollt eueren Bart nicht gar abscheeren." Mendelssohn : Du sollst die Ecken deines Bartes nicht glatt abputzen." De Wette und die neuesten jüdischen Bibelübersetzer: „Du sollst die Enden (oder Ecken) deines Bartes nicht verderben (oder zerstören.") L. Hier ist ja aber ohne Unterschied alles Abnehmen der Bartecken, also mit einer Scheere ebenso wie mit einem Rastrmesser verboten? Woher kommt es denn, daß der Gebrauch der Scheere für erlaubt gehalten wird? Beschrankt etwa die Schrift an einer andern Stelle ihr Verbot auf das Messer? R- Nein. Die Schrift nennt auch bei den Priestern weder Messer noch Scheere, sondern verbietet ihnen (3. B. M. 21, 5.) das Abnehmen des Bartes ohne Rücksicht auf das Mürel und Werkzeug des Abnehmens, mit den Worten: ,die Ecken ihres Bartes sollen sie nicht abscheeren." Die Talmudisten aber verstehen unter dem Ausdruck N^N^N in der erwähnten ersteren Stelle ein »Verderben" durch's Barbirmesser II N'p N^H TN weil dieses, wie Raschi erklärt, das Haar gründlich wegnimmt. L. Nimmt denn aber die in manchen Ländern von den Frommen gebrauchte Salbe oder eine Scheere nicht eben so gründlich daS Haar ab, wie ein Messer? Und woraus laßt sich ersehen, daß daS „Verderben" ein Zerstören bis auf den Grund, und nicht überhaupt ein Ab- oder Bescheeren deS Bartes gemeint sei, wie etwa im Deutschen der Ausdruck: „Er hat sich den Bart verdorben," doch nicht heißen würde, er hat ihn so geputzt, daß das Haar nicht mehr nachwächst? R. Allerdings meint auch Wessel! in feinem Kommentar zum 3. B. Mos.," daß der Talmud deßhalb umer daS Wegnehmen mittelst des Messers verstehe, weil daS Wort ein Vertilgen in Einem Strich und Zug bezeichne, wie eS durch das Messer, nicht aber durch die Scheere stattfindet. L. Sinnreich! Finden Sie aber diese Erklärung im ebraischeu Sprachgebrauch gegründet? R. Keineswegs. Denn z. B. in dem Verbot: »Du sollst, die Baume nicht verderben" (5. B. M. 20, IS ), dedeutet der-

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